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Thema mit vielen Antworten

Tierhilfe in Ungarn - Die Geschichte von Balu - Bundi - Füles


Autor Nachricht
Verfasst am: 16.03.2011 14:29
Balatonbarat
Halbungar
Durchflieger
Themenersteller
Dabei seit: 11.02.2010
Beiträge: 328
Hallo Gerkaiser.
Ich mag Deine Beiträge und Du hast recht - ein sehr emotionales Thema.
Du hast Recht, wenn Du sagst:"Die Ursachen müssen bekämpft werden."
Das versuchen ja zahlreiche Tierschutzorganisationen.
Ich bezeichne mich nicht als Tierschützer, aber ich habe mich entschlossen Tierschützer in Ungarn zu unterstützen. Deswegen habe ich mir vieles vor Ort angesehen und habe einen Eindruck von der Arbeit.
So habe ich einen Bezug zu Ihnen bekommen.Ich habe etwas organisiert was mir ermöglicht regelmäßig auch Geld und Sachspenden vor Ort nach Ungarn zu bringen.

Zu Deiner Rechnung: Wir hatten gar nicht vor, einen Hund zu behalten.
Meine Bekannten hatten gar nicht vor einen Hund aus dem Tierheim zu holen.
Aber als sie konkret von dem Schicksal der Tiere hörten, haben sie sich entschlossen doch wieder einen Hund zu nehmen.Sie hatten nach dem Tod ihres alten Hundes immer überlegt, nehmen wir wieder einen oder nicht. Die Not des Tieres hat dann zu dem Entschluss geführt den Hund zu nehmen.

Also ich mache weiter und tue so viel wie möglich für diese Sache und ich tue es in Ungarn weil ich dort einen persönlichen Bezug habe.

Die beiden anderen Familien sind glücklich und zufrieden mit den Hunden aus Ungarn.

Unser Bundi zahlt uns alles zurück, wenn wir sehen wie glücklich und zufrieden er nun ist.

Wir wünschen das jedem Hund der in Not geraten ist.Jedem Hund der hier oder sonstwo im Tierheim sitzt!

Du zitierst die Kernaufgabe des Tierschutzes - die Vermehrung muss gestoppt werden. Ok!

Das wars dann oder wie?

Was passiert mit den Hunden die nun aber in Not sind, bevor diese Maßnahmen wirken?

Nein Gernkaiser - Deine Rechnung geht nicht auf.

Wir helfen aktiv und daher finde ich es nicht gut wenn Du so schreibst.

Wir haben drei Hunden geholfen, aber wir sind deshalb nicht für das Schicksal von drei anderen Hunden verantwortlich zu machen!

Hier mal eine beispielhafte Aktion aus Ungarn, unterstützt von einer Tierschutzorganisation:
________________________________________________________________________________________

In Ungarn hängt fast bei jedem Haus ein Hund an der Kette. Meistens kurz, meistens ohne Schutz.

Der Verein „PAET-Kinder helfen Tieren“ unter Grit Stumvoll organisiert seit Jahren Schulvorträge über Tierschutz in Ungarn, bei denen Kinder auch aufgefordert werden, Hunde ohne Hütte im Dorf zu suchen und beim Lehrer zu melden. Diese Plätze werden kontrolliert und dann werden Hütten gebaut.

Robin Hood hat sich an einer dieser Aktionen beteiligt und somit konnten diesmal 21 Hütten mit 2 LKWs vor Ort gebracht werden.

Auch die Kinder warteten schon mit Spannung auf uns, aber noch mehr die Hunde.

Unfassbar, welches Leid hier immer noch vorherrscht, Armut bei den Menschen, aber noch mehr bei den Tieren.

Viele dieser Wesen hatten nun erstmals ein Dach über dem Kopf, wir baten die Besitzer auch, Stroh in die Hütten zu geben.

Wo die Kette besonders kurz war, wurde eine längere montiert, manchmal, wenn möglich, sogar eine Laufkette, somit haben diese Hunde wenigstens etwas mehr Bewegungsfreiheit.

Dies interessierte sogar die örtliche Presse, die einen Bericht in der Zeitung brachte.


Tierfreunde fragen immer wieder, warum wir die Hunde nicht mitnehmen. Das würden wir gerne, aber sofort würde ein neuer Hund an der Kette hängen... Langfristig hilft hier nur Aufklärung und diese hat nur Wirkung bei den Kindern.

Robin Hood wird auch zum Thema Tierheim und Tötungslager in Ungarn Vorträge starten. Und Tötungslager in Tierheime umwandeln, in Absprache mit den Verantwortlichen.

Hier liegt ein langer, steiniger Weg vor uns – bitte helfen Sie uns, ihn zu ebnen, für die Tiere!




...ein Herz für Ungarn.
Verfasst am: 17.03.2011 14:24
gerkaiser
Halbungar
Durchflieger
Dabei seit: 18.11.2007
Beiträge: 718
Hallo Balatonbarat,
Lass uns bitte mal trennen zwischen dem institutionalisierten Tierschutz und dem Engagement des einzelnen Tierschützers. Das ist nämlich nicht das Gleiche, auch wenn die Grenzen nicht klar trennbar sind.

Die erste Hälfte des Beitrags stellt Deine Sicht und Deinen Einsatz dar und die ist aller Ehren wert, befasst sich aber nicht mit meinem Argument der übervollen Tierheime in Deutschland. Daher sehe ich mich auch nicht widerlegt. Dennoch mein Respekt.

Die Beantwortung der zweite Hälfte Deines Beitrags dauert etwas länger. Er befasst sich hauptsächlich mit dem institutionalisierten Tierschutz, sozusagen mit den professionellen Tierschützern.

Hütten hinstellen ist reine Symptombekämpfung und verhindert das Elend nicht, es mildert es bestenfalls.
Eine solche Aktion gibt schöne Fotos und Geschichten und damit kann man wiederum trefflich an die Emotion appellieren und die Spendenbereitschaft erhöhen.
Damit sage ich nicht, dass es nicht besser ist als nichts zu machen, aber es ändert nicht wirklich was sondern stabilisiert den Zustand. Was wir, oder besser die Tier benötigen, ist einen zentralen Eingriff in das Geschehen, einen verschärften gesetzlichen Tierschutz, der keine Rücksicht auf die Wirtschaftsinteresse des Züchters oder Erzeugers nimmt, sondern das Leiden der Tiere verhindert.

Es sind bekannterweise auch nicht nur die Hunde oder Katzen die unbedingt einen verschärften Tierschutz benötigen, sondern mindestens im gleichen Maße die sogenannten Nutztiere. Also haben wir hier ein politisches Problem, das nur durch schärfere Gesetze und strenge Durchsetzung gelöst werden kann. Hier wäre das Lobbyistendurchsetzte EU-Parlament gefordert

Ich behaupte, dass der professionelle Tierschutz aber kein Interesse an einem nachhaltigen Tierschutz haben kann. Der Tierschutz ist ein gigantischer Markt mit etlichen Milliarden Spendenaufkommen europaweit.

Ein Markt, der durch das Tierelend lebt und daher die Profiteure gut versorgt. Warum sollten die ein wirkliches Interesse daran haben, das Problem nachhaltig zu lösen. Damit meine ich ausdrücklich nicht den einzelnen Tierschützer, sondern die Organisatoren der verschiedenen Tierhilfen und auch da mag es Ausnahmen geben.

Hierzu eine Zahl, die ich gefunden habe. Demnach beläuft sich das Spendenaufkommen für den Tierschutz in Deutschland 2004/2005 auf durchschnittlich 20 Euro/Bürger sind bei 85 Mio. Bundesbürger 1,7 Milliarden Euro/Jahr nur in Deutschland.

Vielleicht sind das 1,7 Milliarden Gründe nicht wirklich und dauerhaft was verändern zu wollen?

Übrigens, auch ich habe einen Hund aus Ungarn und schon einen dieser armen Kreaturen vermittelt,habe ich hier irgendwo berichtet. Das Ändert aber nichts an meiner Meinung, dass der Tierschutz nur umfassend betrachtet werden und nur in den Parlamenten gelöst werden kann. Alles andere hilft einzelnen Tieren, was ja gut ist. Lässt aber die vielen anderen leise und unsichtbar leidenden Tiere unberücksichtigt.

Europaweites Hunde- Katzen- Kaninchenzuchtverbot und verschäfter gesetzlicher Tierschutz mit rigoroser Durchsetzung. Dann ist das Thema Tierschutz nach zwei Hundegenartionen zumindest in Europa kein Thema mehr.

Vielleicht müssen wir einfach akzeptieren, dass wir beide für den Tierschutz sind, darunter aber jeweils was anderes verstehen. Hoffe, dass ich die Zusammnehänge deutlich machen und meine Sicht begründen konnte.

Gruß

Hier sind meine Angaben verifizierbar:
http://de.statista.com/statistik/daten/studie/36911/umfrage/spendenhoehe-nach-jeweiligem-spendenzweck/



Toleranz ist heilbar!
Verfasst am: 19.03.2011 10:01
Balatonbarat
Halbungar
Durchflieger
Themenersteller
Dabei seit: 11.02.2010
Beiträge: 328
Hallo Gerkaiser,
mag sein, dass wir beide in gewisser Weise für den Tierschutz sind,aber die Zusammenhänge sehe und bewerte ich anders.
Du wirfst Tierschützer mit unseriösen Züchtern in einen Topf.

Ich kann Dir nur empfehlen Dich vor Ort mal zu informieren und nicht etwas zu verifizieren
was aus irgentwelchen Umfragen kommt.

Da habe ich ein Bild vor mir, von Leuten die selbstlos den Tieren helfen.

Die leben nicht in Palästen aus Milliarden von Spenden sondern in bescheidenen Verhältnissen.

Du stellst sie in ein völlig falsches Licht. Das finde ich nicht mehr lustig.

Tut mir leid, Dein "googeln" hat nichts mit der Realität zu tun.

Das Elend erzeugen unseriöse Züchter, die muss man bekämpfen.

Daher hole ich mir lieber ein Tier über den Tierschutz und nicht von "angeblich" seriösen Züchtern.

Hier noch ein Aspekt zum nachdenken:

In deutschen Tierheimen sitzen fast ausschlielich die „Abfallprodukte“ einer tierfeindlichen Gesetzgebung, oder menschlichen Versagens.
Die Tierheime beherbergen meist die Tiere, die niemand mehr will, oder – im schlimmsten Fall – niemand mehr aufnehmen darf, weil sie als vermeintlich
gefährlich eingestuft wurden.
Solche Hunde sind für die Familie, die einen netten Kameraden sucht, einfach nicht die erste Wahl. Viele deutsche Tierheime nehmen mittlerweile Auslandshunde auf, damit sie für ihre Interessenten ‚überhaupt vermittelbare Tiere anbieten können und den „unvermittelbaren Beständen“ somit das Überleben zu sichern.
Auch die Alten, Kranken und „Gefährlichen“ müssen medizinisch versorgt werden, müssen gepflegt und gefüttert werden – dafür sorgen dann die kleinen bis mittelgrossen Ausländer, die ‚über ihre Schutzgebühren den Napf der deutschen „Restbestände“ füllen.
Der Ausländer rettet also sein eigenes Leben und das des deutschen Hundekollegen gleich mit.
Die meisten Tierheime müssen das heimlich tun, weil sonst Subventionen der Kommunen gestrichen werden.
Einige Kommunen lassen deutschen Tierheimen auch nur Unterstützung zukommen, wenn sie eine Mindestanzahl an Tieren beherbergen. Das führt leider auch dazu, dass eigentlich vermittelbare Hunde im Tierheim gehalten werden, um die finanzielle
Unterstützung nicht zu verlieren. Auch hier sorgt der Gesetzgeber dafür, dass sich an der tristen Situation in vielen deutschen Tierheimen nichts €ändert.

Ich bin hier in Dortmund durchs Tierheim gegangen. Stafford Bullterrier, Pitbull in Hülle und Fülle. Sind sicher auch ganz liebe dabei, aber so einen würde ich mir sicher nicht zulegen.Nun behaupte ich einfach mal, dass ich mich mit der Ausbildung von Hunden auskenne. Aber bei diesen Rassen sind unerfahrene schnell mal überfordert.

Tja und nun frage ich mich noch wo die ganzen Milliarden Spenden geblieben sind. Von den Tierschützern in Ungarn ist noch keiner Millionär geworden.

Ein Kaufmann hat auch eine Ausgabenseite!!!! Die fehlt bei dieser Umfrage gänzlich.

Lieben Gruss, Bernd

...ein Herz für Ungarn.
Verfasst am: 19.03.2011 10:19
gerkaiser
Halbungar
Durchflieger
Dabei seit: 18.11.2007
Beiträge: 718
Naja, wie ich schon schrieb: "Lass uns "." mal trennen zwischen dem institutionalisierten Tierschutz und dem Engagement des einzelnen Tierschützers. Das ist nämlich nicht das Gleiche..."

Ansonsten liegt in meiner Nachbarschaft kein Hund mehr an einer Kette wenngleich sich die Einstellung gegenüber Tieren nicht grundlegend geändert hat.

Wir sind, glaube ich, an einem Punkt angelangt wo die Argumente ausgetauscht sind und wir zur Kenntnis nehmen müssen, dass Menschen unterschiedliche Meinungen haben können die es zu respektieren gilt.

Gruß Gerrit

Toleranz ist heilbar!
Verfasst am: 19.03.2011 12:45
gerkaiser
Halbungar
Durchflieger
Dabei seit: 18.11.2007
Beiträge: 718
Eigentlich ist für mich das Thema abgeschlossen, dennoch möchte ich zum weniger rosaroten Blick beitragen, auch wenn ich wieder nur bei den Hunden lande und alle anderen Tiere wieder nicht benenne. Für mich ist das Thema damit auch durch. Man kann die Realität zur Kenntnis nehmen, man muss aber nicht. Auch hier mache ich nochmal darauf aufmerksam, dass es um den "Professionellen Tierhandel und -Schutz geht nicht das was Balatonbarat meint und macht, das ist was völlig anderes.

"Rund eine Million Hundewelpen jährlich, werden in Osteuropa produziert und finden ihren Weg als Rassehunde nach Westeuropa. Hauptabnehmer sind Deutschland, Griechenland und Spanien, mit jeweils ca. 200.000 Welpen/Junghunden. Die Todesrate bei der „Massenware Hund" liegt bei bis zu 30%.

In Ost- und Südeuropa entstehen immer mehr Tierschutzvereine und Tierheime, die es sich angeblich zur Aufgabe machen, dieses Elend auf Europas Straßen und seinen Tötungsstationen zu bekämpfen- zu beenden.

Parallel dazu entstehen in Deutschland und seinen reichen Nachbarländern immer mehr Tierschutzvereine, die es sich zur Aufgabe machen, die Tierschutzvereine/Tierheime vor Ort dadurch zu unterstützen, indem sie jeden Hund nach Deutschland importieren, für den auch nur die geringsten Vermittlungsaussichten bestehen. Andere, deutsche Tierschutzvereine machen es sich zur Aufgabe, Tötungsanlagen leerzukaufen, um sie in Tierheimen und vor Ort zwischenzulagern, bis sie nach Deutschland vermittelt werden können.

Für die Interessierten hier der ganze Artikel:
http://www.tierschutz-schattenseiten.com/index.php/auslandstierschutz/1358-todeslager-tierheim-1teil

Toleranz ist heilbar!
Verfasst am: 19.03.2011 17:18
Balatonbarat
Halbungar
Durchflieger
Themenersteller
Dabei seit: 11.02.2010
Beiträge: 328
Ich bleibe dabei. Die Leute, die ich kenne, helfen. Die machen das auch professionell.

Man kann dem Tierschutz nicht pauschal Geschäftemacherei unterstellen.
Man braucht auch keine Tötungsstation leer kaufen. Die Hunde werden nach 2 Wochen getötet oder von Tierschützern übernommen.

Was dann für den Hund zu bezahlen ist, sind Unkosten. Für Impfung und Kastration,gefüttert werden sie auch.Einen Zwinger bekommt man auch nicht umsonst, auch keine Leinen und kein Halsband.

Also wirklich, ein tolles Geschäft kann ich für diese Leute nicht erkennen.

Produzenten der Hunde sind nicht Tierschützer, sondern krimminelle Züchter. Also bitte nicht versuchen den Tierschutz mit denen auf eine Stufe zu stellen oder ein Zusammenspiel unterstellen.

Das schadet dem Ansehen der Leute die helfen.

Jeder kann seine Meinung dazu haben.Jeder kann helfen oder es sein lassen. Man muss aber den Leuten die sich im Tierschutz engagieren, nicht üble Machenschaften unterstellen.

Die Umfrage bezüglich der Spenden war von 2004 und der Bericht ist von 2008.(Link)
Nicht gerade aktuell Zahlen von vor 7Jahren hier anzuführen.

Mittlerweile gibt es schon in einigen osteuropäischen Ländern neue Tierschutzgesetzte.

Und wer hat sich dafür eingesetzt? Auch die Tierschützer die in Ihrer Freizeit auf Politiker Einfluss nehmen. Auch wieder so eine PR Aktion die nicht hilft?

Nein, also das habe ich wirklich eine andere Meinung.


...ein Herz für Ungarn.
Verfasst am: 12.04.2011 17:12
Balatonbarat
Halbungar
Durchflieger
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Dabei seit: 11.02.2010
Beiträge: 328
Bundi goes to Hollywood:

http://www.zdf.de/ZDFmediathek/beitrag/video/1309254/Gerettete-Hunde-aus-Ungarn#/beitrag/video/1309254/Gerettete-Hunde-aus-Ungarn

...ein Herz für Ungarn.






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