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Verfasst am: 27.06.2010 18:07
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Vina
Halbungar
Durchflieger
Dabei seit: 12.10.2009
Beiträge: 604
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irenkereise schrieb:
Mir fällt spontan der Brauttanz ein. Auf jeder größeren Hochzeit in Ungarn - egal wo - ist Sitte, daß die Braut sich um Mitternach umzieht. Sie legt das Hochzeitskleid ab und zieht ein schönes buntes Kleid oder Dirndl an. Wenn sie dann wieder erscheint, müssen alle Männer nach und nach sie auffordern und in einem Körbchen Geldscheine für den Tanz werfen. Die Braut tanzt dann die ganze Nacht und manche bekommen dadurch eine ganze Wohnungseinrichtung zusammen.
Da muß die Braut schon ein gehörige Ausdauer und Kondition haben, sonst wird das nichts mit der ganzen Wohnungseinrichtung. Bei schlechter Konditions reichts sonst nur für ein paar Kochtöpfe, Tassen und Teller  
LG Viná  ------------------------------------------------- Eines Tages wird alles gut sein, das ist unsere Hoffnung. Heute ist alles in Ordnung, das ist unsere Illusion. Voltaire
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Verfasst am: 27.06.2010 20:27
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Gyuri
Halbungar
Durchflieger
Dabei seit: 19.01.2006
Beiträge: 2927
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Weil wir da schon beim Heiraten sind … es ist zwar nicht mehr zwingend so, aber immer noch gebräuchlich, dass die Frau bei der Hochzeit ihren Namen komplett "ablegt" und dann hoch offiziell nur noch die Frau von Familienname + "Vorname" ist, was mit einem …né am Ende des Namens des Mannes ausgedrückt wird.
In Ungarn heißt der Vorname Utónnév, was wörtlich übersetzt der Nachname ist. Dieser Name wird auch immer erst nach dem Familiennamen genannt. Bei der verheirateten Frau wird der "Vorname" ganz weg gelassen, oder an den (oft kompletten) Namen des Mannes angehängt. Beispiel: Szabó Györgyné oder kurz Szabóné reichen vollkommen, können aber noch ergänzt werden. Szabó Györgyné Kovács Márta oder kurz Szabóné Márta manchmal ließt man nämlich den ehemaligen kompletten Namen der Márta, oder wie sie "mal geheißen hat", aber nur hinten angehängt. 
Szervusztok! ………………………………… Erős Gyuri
Wenn Wikipedia Recht hat, bin ich eine Südkoreanische Sängerin.
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Verfasst am: 27.06.2010 20:53
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Rüdiger
Halbungar
Durchflieger
Dabei seit: 02.02.2006
Beiträge: 1118
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Vina schrieb: ... Da muß die Braut schon ein gehörige Ausdauer und Kondition haben, sonst wird das nichts mit der ganzen Wohnungseinrichtung. Bei schlechter Konditions reichts sonst nur für ein paar Kochtöpfe, Tassen und Teller  
Mein Freund hat so geheiratet. Aber so viel Kondition brauchte die Braut gar nicht. Der Tanz pro Geldgeber dauerte nicht mal einen Titel. Das ging zügig Reihe rum. Von mir, es war noch zu Ostzeiten, hatten sie sich nicht Geld, sondern Bettwäsche gewünscht. Das wurde natürlich nicht in das große Gurkenglas mit dem Geld gesteckt, trotzdem war das bald voll. |
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Verfasst am: 27.06.2010 21:21
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Karin
Halbungar
Durchflieger
Dabei seit: 17.07.2005
Beiträge: 2018
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....und nun noch eines meiner Lieblingsbeispiele.(Ist sicher schon mal hier irgendwo von mir genannt worden, aber manchmal lässt einem auch die "Suchenfunktion" in stich) Es gibt heute noch "Kinder" die ihre Eltern mit "Sie" anreden. Ich kenne welche, allerdings sind die "Kinder" so Anfang 30.Von noch Jüngeren habe ich es bisher noch nicht gehört.Scheint eine aussterbende Sitte zu sein Karin
Ich bin nicht unintelligent, ich hab nur Pech beim Denken! 
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Verfasst am: 27.06.2010 23:53
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waldi
Halbungar
Durchflieger
Dabei seit: 22.06.2007
Beiträge: 2990
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Karin, das kenne ich von einem Jugendfreund. Hier in D. Da war ich öfter zu Besuch und der Freund hat seine Eltern und seine Großmutter nur in der dritten Person angesprochen! Das klang dann etwa so: "Mutter, darf ich euch beim Tischdecken helfen? Ihr habt heute sicher wieder was gutes gekocht!" Das war schon recht ungewöhnlich für mich. Die Flüchtlingsfamilie kam aus dem Sudetenland, glaube ich.
Aber auch Sissi und Franz-Joseph haben ihre Schwiegermutter bzw. Mutter (Erzherzogin Sophie) in der dritten Person angeredet. In der Filmtrilogie wird dies deutlich, aber nicht konsequent durchgehalten.
waldi 
Und immer neugierig bleiben! 
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Verfasst am: 28.06.2010 00:04
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Vina
Halbungar
Durchflieger
Dabei seit: 12.10.2009
Beiträge: 604
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Ich kann mich noch erinnern, meine Mutter und auch ihre Geschwister haben meinen Großvater auch mit Sie und Euch angesprochen. Komischerweise meine Großmutter nicht, sie sprachen sie mit Du an. Warum sie das taten, kann ich nur vermuten.
LG Viná  ------------------------------------------------- Eines Tages wird alles gut sein, das ist unsere Hoffnung. Heute ist alles in Ordnung, das ist unsere Illusion. Voltaire
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Verfasst am: 29.06.2010 05:55
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Lesepetra
Halbungar
Durchflieger
Dabei seit: 12.05.2006
Beiträge: 1470
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eine andere sitte, die mir aufgefallen ist und die es auf dem dorf immer noch gibt , ist das küß die hand, dasd kinder und jugendliche, älteren gegenüber als gruß vervenden auch männer gegenüber frauen kann es ungarisch nicht richtig schreiben, klingt aber wie sokolom kesz oder so
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Verfasst am: 29.06.2010 07:27
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Gyuri
Halbungar
Durchflieger
Dabei seit: 19.01.2006
Beiträge: 2927
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Tja, da gibt es feste Regeln, die einem aber als Außenstehenden weitestgehend verborgen bleiben.  
Das eine ist einfach und kann von Männern eigentlich immer bei Frauen angewendet werden: "Kezét csókolom." = "Küss' die Hand", ein Gruß, der bei uns nicht mehr gebräuchlich ist, aber die gleiche Bedeutung hat.
Das andere ist ein höflicher Gruß, wie ihn nicht nur Kinder älteren entgegen bringen, sondern auch Männer Frauen, wobei man mir immer wieder mal sagt, es sei nicht angebracht, wenn ich "wildfremde" Frauen so grüße. Andererseits grüßen wildfremde Handwerker meine Frau auch mit … "Csókolom." = in etwa "Küsschen".
Eine weitere Form der Ehrerbietung von Jüngeren gegenüber Älteren ist das Ansprechen mit dem Vornamen gefolgt von einem Onkel bzw. Tante. Das hat absolut nichts mit einem Verwandtschaftsverhältnis zu tun. "Gyuri bácsi" = "Onkel Schorschi" "Mari néni" = "Tante Mari(a)"
In meinem Umfeld werden außer dem Bürgermeister, Arzt und Pfarrer fast alle geduzt. Bei Männern ist es vielleicht üblich sie die ersten ein zwei Sätze zu siezen. "Molnár úr" = "Herr Müller" Für die Frau Müller gibt es da nichts , sie ist die "Molnárné" Das Siezen sieht dann in der Grammatik einfach so aus, dass jemand in der dritten Person angesprochen wird.
Szervusztok! ………………………………… Erős Gyuri
Wenn Wikipedia Recht hat, bin ich eine Südkoreanische Sängerin.
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Verfasst am: 29.06.2010 12:47
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Vina
Halbungar
Durchflieger
Dabei seit: 12.10.2009
Beiträge: 604
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Dieses Kezét csókolom (küss die Hand) ging mir anfangs gehörig auf die Nerven. Wenn schon denn schon, dachte ich mir und streckte mal ganz lässig meine Hand hin und siehe da, sie wurde mir geküsst  
Mittlerweile haben ich mich daran gewöhnt. Nicht ans Handküssen , ich meine diesen Spruch allgemein. Ist halt hier eine Landessitte 
LG Viná  ------------------------------------------------- Eines Tages wird alles gut sein, das ist unsere Hoffnung. Heute ist alles in Ordnung, das ist unsere Illusion. Voltaire
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Verfasst am: 30.06.2010 09:47
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Balatonbarat
Halbungar
Durchflieger
Dabei seit: 11.02.2010
Beiträge: 328
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Zu einer von Biervampir beschriebenen Ballagàs waren wir Anfang Juni in Vonyarcvashegy eingeladen.

Bei der anschließenden Feier mit der Familie kam dann ein weiterer ungarischer Brauch ins Spiel.  In einem Buch über ungarische Sitten habe ich es auch gelesen. Wenn Dir ein Ungar den Hausschnaps anbietet, lehne es nicht ab diesen zu trinken. Du wirst ihn sehr beleidigen wenn Du das tust.
Antialkoholista....voltam 
...ein Herz für Ungarn.
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