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Gesundheitswesen


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Verfasst am: 10.10.2007 19:15
Lesepetra
Halbungar
Durchflieger
Themenersteller
Dabei seit: 12.05.2006
Beiträge: 1090
An verschiedener Stele haben wir schon rfahrungsberichte gelesen über Erfarung mit dem ungarischen Gesundheitswesen.
Jetzt gibt es den Bericht über eine EU-Studie, die das Gesundheitswesen der EU-Länder miteinander vergleicht.
Insgesamt wird hier ein schaueriges Bild gemalt.Also, schön gesund bleiben.

Gefunden habe ich ihn in der Budapester Zeitung

Gesundheitswesen hinkt hinterher

Montag, 8. Oktober 2007

Machtlosigkeit der Patienten

Krank zu sein, ist nirgendwo gut. In Ungarn krank zu sein, ist aber wesentlich schlimmer als im europäischen Durchschnitt ? das zeigt eine europaweite Studie der Organisation Health Consumer Powerhouse, die am vergangenen Montag in Brüssel vorgestellt wurde. Von 29 untersuchten Ländern kam Ungarn nur auf Platz 24 und ist somit einer der patientenunfreundlichsten Staaten Europas.

Durch die Statistik wird klar: Das ungarische Gesundheitswesen ist viel zu teuer, trotzdem lassen die Leistungen viel zu wünschen übrig. Die Studie von Health Consumer Powerhouse stellt fest: ,,Ein annehmbares System wurde zwar bereits eingeführt, die Ergebnisse sind trotzdem auf einem sehr niedrigen Niveau. Es gibt nur wenig Länder, in denen sich die Notwendigkeit einer Verbesserung des Systems so klar abzeichnet.? Auffällig ist laut der Studie die mangelhafte Information und die Machtlosigkeit der Patienten, hob Arne Björnberg, wissenschaftlicher Leiter des Instituts, hervor. Das zeigt sich in erster Linie an den Wartezeiten der Patienten: ,,Wegen Herzproblemen muss ich aus Celldömölk (Westungarn) alle drei Monate für eine Kontrolluntersuchung nach Budapest fahren. Einmal musste ich sogar wegen der langen Wartezeit unverrichteter Dinge wieder nach Hause fahren?, erklärt János Kiss, ein 60-jähriger Herzpatient, der Budapester Zeitung. Eine dreistündige Wartezeit auf einen Krankenwagen gehört in Ungarn zur Normalität, wie ein Krebspatient aus eigener Erfahrung berichtet.

Schlechter als Ungarn schnitten nur Rumänien, Polen, Bulgarien und Lettland ab. An der Spitze der Liste befinden sich Österreich, die Niederlanden, Frankreich, die Schweiz und Deutschland. Von den osteuropäischen Ländern wurden Estland und Tschechien hervorgehoben, die Platz 12 und 15 erreichten. Dabei zeigt sich, dass eine gute Bewertung nicht unbedingt vom finanziellen Aufwand abhängt: Obwohl die ungarische Regierung pro Kopf rund 1.320 US-Dollar für gesundheitliche Leistungen ausgibt, kam das Land nur auf Platz 24. Estland gibt dagegen nur etwa die Hälfte der Summe (771 US-Dollar) für das Gesundheitswesen aus und landete trotzdem auf Platz 12.

Bei der Studie wurden verschiedene Kategorien ausgewertet, bei denen fünf Punkte als Grundlage dienten: Informationsfluss, Wartezeit für Operationen, Ergebnisse des Systems im Spiegel der Statistik, Dienstleistungen und Erhältlichkeit von Medikamenten. Von insgesamt 1.000 möglichen Punkten bekam Ungarn kaum die Hälfte, 513 Punkte. Im Vergleich: Österreich erhielt mit 806 Punkten die höchste Punktzahl.

Neben zahlreichen Kritikpunkten, unter anderem bezüglich der fehlenden Information, der langen Wartezeiten und der hohen Sterberate bei Neugeborenen, bei Herzinfarkten und Krebspatienten, wurde Ungarn auch in einigen Punkten gelobt: Eine kombinierte Impfung ist für jedes Kind gesichert, die Zahnbehandlung gehört zu den Leistungen des Staates, Patientenbesuche sind für den Hausarzt eine Selbstverständlichkeit und der Patient bekommt seine Krankenakte ausgehändigt. Schließlich stellt die Studie fest: Die gesundheitliche Versorgung ist allgemein in jenen Ländern besser, in denen ein Mehrversicherungssystem bereits eingeführt wurde.
Verfasst am: 10.10.2007 19:45
Joerg56
Halbungar
Durchflieger
Dabei seit: 25.06.2007
Beiträge: 369
Hallo Petra,
leicht werden Begriffe wie EU und EU Studie miteinander gleich gesetzt und es entsteht der Eindruck, das die Firma, Health Consumer Powerhouse ein "Ableger" der EU ist, weil es von dir als EU Studie bezeichnet wird. Bei dem Vergleich den die auch in Schweden und Canada ansaessige Firma anstellt, ja sie haben auch ein Büro in Brüssel ... nun lesen wir einmal auf deren Webseite.

Es ist zwar in English aber ich denke es nicht schwer zu verstehen: Our customers - The Health Consumer Powerhouse customers pay for the services we offer."

Das es nicht nur in Ungarn Probleme mit der medizinischen Versorgung gibt, ist wohl auch jedem klar. Ansonsten halte ich es mal mit dem Ausspruch "glaube keiner Statistik die du nicht selber manipuliert hat"

In diesem Sinne, allen eine gute Gesundheit
Gruss
Jörg
Verfasst am: 11.10.2007 00:58
Balatonbasti
Eingesessener
Durchflieger
Dabei seit: 24.07.2007
Beiträge: 211
Nun ja,aber ich sehne den Tag nicht unbedingt herbei,an dem ich hier in ein Krankenhaus muß oder darf......

Alles andere ich doch etwas weltfremd..oder nicht?
Verfasst am: 11.10.2007 12:44
Marianne
Halbungar
Durchflieger
Dabei seit: 02.09.2005
Beiträge: 1121
Aus eigener Erfahrung wiess ich, das nicht alles immer soooooo schlecht ist, wie es hier manchesmal kundgetan wird. Ich musste seit 2004 2 mal stationär und weit aus öfter auch ambulant das Krankenhaus in Kaposvár besuchen.
Die Ärzte sind sehr gewissenhaft und haben einen durchaus vergleichbaren, wenn nicht sogar besseren Wissensstand als manches Krankenhaus oder Arzt in D.
Das manches im Umfeld allerdings der Verbesserung bedarf, ist unbestritten. Es kommt halt immer darauf an, wo ich mich behandeln lasse/muss.
Es ist ja auch nicht ausser Acht zu lassen, das der Standart der Krankenhäuser heute nicht schon auf dem Stand von den westlichen Krankenhäusern sein kann.
Ich erinnere mich noch sehr gut, dass in D in den späten 60er-Anfang 70er Jahre in D noch manches Krankenhaus genauso aussah, wie einige Ktrankenhäuser hier in H.


Beharrlichkeit führt zum Ziel!
Verfasst am: 11.10.2007 13:58
Balatonbasti
Eingesessener
Durchflieger
Dabei seit: 24.07.2007
Beiträge: 211
Da hast du sciher recht.Ich habe meine Infos von einigen Nachbarn und bekannten und das hörte sich speziell für keszthely nicht so gut an.
Als ich fragte,welches denn zu empfehlen ist,da kam auch nicht soviel.
Es baut einen dann schon ein wenig auf,wenn man auch was gutes über Krankenháuser hört,das ist dann richtig gschmeidig...... applaus.gifapplaus.gifapplaus.gifapplaus.gifapplaus.gif
Verfasst am: 11.10.2007 22:14
urmeli
Admin
Dabei seit: 17.07.2005
Beiträge: 1890
Sehr wahrscheinlich werd ich jetzt einmal mehr wieder für grosse Entsetzensschreie sorgen. Aber ich kann es mir beim besten Willen nicht wirklich verkneifen.
Mit zuerst Erstaunen und dann Entsetzen sehe ich solch "Vergleiche" gänzlich verschiedener Systeme. Am meisten schockiert mich dann, wie mit ein paar pauschalen Bemerkungen Wertungen vorgenommen werden. Das Ergebnis ist dann zu guter Letzt, das einem ein X für ein U vorgemacht wird.
Jedes Land hat seine gewachsenen Strukturen, die sich aus seiner Geschichte ergeben haben. Diese Strukturen können durchaus einem sehr sinnvollen Grund entspringen. Wenn man nun hingeht und Systeme miteinander vergleicht, die gänzlich verschiedene Voraussetzungen mitbringen, so kann doch das Ergebnis letztlich nicht das Papier wert sein wodrauf es geschrieben steht.
Konkret sehe ich hier den Vergleich, und ein Vergleich ist diese Studie ja wohl, des Gesundheitswesens von Deutschland und Ungarn. Eines der reichsten Länder der Welt mit einem Land zu vergleichen, dass quasi ja erst an der Schwelle zum Industriestaat steht ist doch wohl im wahrsten Sinne des Wortes Hanebüchen. Da kann ja Ungarn in keiner Weise eine Chance haben. Mindestens muss ja wohl mindestens differenziert werden zwischen der Ausbildung des behandelden Personals, deren Arbeitsbedingungen und der (ganz allgemein nur) Patientenversorgung.
Die Ausbildung muss der unseren in keiner Weise nachstehen. Ich persönlich sehe sie im Allgemeinen sogar als ebenbürtig an. Die anderen Punkte sind doch rein von den zur Verfügung stehenden Geldern abhängig letztendlich. In den reichen Industriestaaten standen die letzten Jahrzehnte riesige Geldmengen zur Verfügung um Geräte anzuschaffen oder die Patientenversorgung zu verbessern. Ob das, beispielsweise in Ungarn so war, wage ich zu bezweifeln.
Interessant wäre meines Erachtens einmal, wie denn das alles in 10 oder 20 Jahren aussieht. Womöglich hat sich dann das Verhältnis komplett umgekehrt. Wenn ich mir ansehe, wie hier in Deutschland an allen Ecken und Kanten wegrationalisiert und eingespart wird, würde mich eine Umkehrung der Rangfolge nicht wirklich wundern.
Noch ein zweiter Gedanke geht mir durch den Kopf: So wie nahezu überall scheint mir auch im Gesundheitswesen in Deutschland eine enorme Technikmanie umherzugeistern. Vielleicht ist uns an dieser Stelle ein Land wie Ungarn sogar weit überlegen. Nämlich dadurch, dass ein Arzt sein "Handwerk" mit Verstand und Überlegung ausübt. Im Gegensatz dazu in Deutschland wohl allem Anschein nach das ärztliche Wissen von Apparaten wie Krankenkasse und High-Tech-Geräten mit Universalzulassung ausgeübt wird. Und immer schön kostendeckend dabei.

Eine letzte Anmerkung noch:
In dem Moment wo ich mich entscheide in einem anderen Land zu leben, so muss ich zu den Vorteilen für mich auch die Nachteile hinnehmen.

und harzlichst grüsst das http://www.ungarninfo.org/uploads/tx_mmforum/9_1207929017.gif
Verfasst am: 11.10.2007 22:15
Gyuri
Admin
Dabei seit: 19.01.2006
Beiträge: 3545
Ich kann nur aus meinen eigenen Erfahrungen berichten - und das auch nicht sehr objektiv. Frägt man nur Gyuriné, die schon mal 5 Tage lang in Siófok stationäer sein musste, fällt das Urteil sicher anders aus als bei meinem Sohn, der nach einem schlimmen Sturz recht gut ambulant untersucht und behandelt wurde.


Ich habe jedenfalls die beste Meinung von ungarische Ärzten und ich bin entsetzt über den Pflegenotstand in Ungarn.

Szervusztok! ………………………………… Erős Gyuri
Verfasst am: 11.10.2007 22:40
ungarnfan
Urlauber
Durchflieger
Dabei seit: 25.06.2007
Beiträge: 88
ich musste erfreulicherweise bisher in ungarn keinen arzt konsultieren bzw. krankenhaus aufsuchen. somit habe ich keine erfahrungen zu diesem thema. aber ich glaube, dass dort die gesundheit des patienten doch noch mehr im mittelpunkt stehta ls dies in deutschland der fall ist.

ich kann ein lied von deutschen ärzten, der krankenkasse, den orthopädie-fachgeschäften singen. fehldiagnosen und fehlbehandlung machen mir heute noch tgl. zu schaffen. sicherlich kann das nicht verallgemeinert werden.


gruß
ungarnfan

Verfasst am: 12.10.2007 00:21
Balatonbasti
Eingesessener
Durchflieger
Dabei seit: 24.07.2007
Beiträge: 211

Ich kann nur das weitergeben,was meine (UNGARISCHEN) Nachbarn und Bekannte mir erzáhlt haben.Das dürfte doch wohl einig neutraler sein .Es soll ja auch nichts verglichen werden,aber wenn ich in ein Krankenhaus muß,dann interessieren mich eigentlich die wirtschaftlichen Zwánge nicht so,weil ich einfach krank dann bin und Hilfe möchte.Egal wo ich bin.

Also das sage nicht ich,sondern ung. Mitbürger,weil ich da wenig oder gar keinen Einblick habe.

Also Sauberkeit und Hygene ist oftmals ein Problem,keine Gláser oder Besteck,kein Toilettenpapier und man sollte viel Bargeld mitnehmen.

Ich habe das jetzt nur über Keszthely gehört,aber anderen Einheimischen konnte mir auch nicht viel über andere Krankenháuser erzáhlt werden.
Nachbar Jenö: Kam in ein 6 Bettzimmer-entsprechende Zuzahlung unter dem Tisch,kleineres Zimmer.Besser Untersuchung- Zuzahlung ,also schwarz dann geht es nach Zalaegerszég.
Eine deutsche Familie hat den Operationssaal in Kesztehyl gesehen,die sind dann gleich weiter nach Wien gefahren.
Wie anfangs schon geschrieben,das wurde mir erzáhlt und da macht man sich schon seine Gedanken.Es gibt hoffentlich und sicherlich auch andere Krankenháuser....Vieleicht kann hier jemand etwas empfehlen.

Oder bei einer Krebsbehandlung,die Frau hat in Pecs für ihren Mann 1,0 Mill. Ft. schwarz unter dem Tisch zahlen dürfen für eine gute Behandlung.
Diese Fálle standen vor Jahren auch in der Presse.....Auch wenn ich mich vor 10 Jahren entschieden hatte hier zu leben,kann und muß ich mir Gedanken darüber machen.Ich bin hier versichert und kann nicht einfach gschmeidig nach Österreich usw. fahren.
Ich erlebe es halt immer mehr,daß auslándische Rentner,die in Ungarn wohnen,fast ausnahmslos in ihre Heimatlánder zu den Behandlungen fahren,weil sie Angst haben.
Sei es die Sprache oder der Ort.Gerade in den Fállen,wo Krebs da ist,wird dann meist gleich das Haus wieder verkauft.

Ich spreche ja jetzt noch recht passabel ungarisch...und habe das Glück"noch" ganz gesund zu sein.Aber Krankheiten kommen leider oft ganz unverhofft und heimtückisch und unsere Gesundheit ist unser höchstes Gut.Das taugt auch nicht für Ideologien oder Vergleiche zwischen Lándern,man will ganz einfach gesund werden.

Wenn man hier versichert ist,hat man wahrscheinlich nicht die ganz große Auswahl,wie diejenigen die noch in AUT oder D versichert sind und im Notfall einfach dorthin fahren.
Verfasst am: 12.10.2007 11:27
Marianne
Halbungar
Durchflieger
Dabei seit: 02.09.2005
Beiträge: 1121
Urmeli,

da muss ich dir in Allem 100%ig zustimmen.

Beharrlichkeit führt zum Ziel!



 
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