S u c h e n :
 
 

Im Chat:

       ungarninfo.org   Forum und anderes  Forum  Forum Übersicht
 
Thema mit vielen Antworten

Erzsébet királyné


Autor Nachricht
Verfasst am: 14.02.2009 16:02
Josef
Halbungar
Durchflieger
Dabei seit: 04.04.2006
Beiträge: 981
Waldi hat geschrieben:

Naja, so werde ich später auch noch unbekannte Tatsachen ans Licht bringen können.

Darauf freuen wir uns schon. jump.gifjump.gifjump.gif

Liebe Grüße

Josef

Liebe Grüße

Josef
Verfasst am: 14.02.2009 16:11
waldi
Halbungar
Durchflieger
Themenersteller
Dabei seit: 22.06.2007
Beiträge: 2572
Sissi, Königin der Ungarn 13. Teil


Sissi macht Politik

Doch die Probleme des Kaisers lagen vorrangig in Richtung Preußen. Am 15. Juni 1866 erfolgte die Kriegserklärung. Nun kämpfte im Norden Österreich im Verbund mit Sachsen, Baden, Württemberg, Hannover und Hessen-Kassel gegen Preußen und im Süden kämpfte Österreich - mit Truppen auch aus Ungarn - gegen die italienischen Freiheitskämpfer. Um die Franzosen aus dem Konflikt herauszuhalten hatte Österreich insgeheim die Provinz Venetien schon an Frankreich abgegeben.
Im Norden kam es am 3. Juli 1866 zur entscheidenden und verlustreichen Schlacht bei Königgrätz und die preußischen Truppen nahmen Kurs auf Wien.
Die Kaiserin kam ihrer Pflicht nach und besuchte die Lazarette, um sich persönlich bei den Soldaten für ihren Einsatz zu bedanken und Trost zu spenden. Bei diesen Besuchen in den Spitälern war nicht zu übersehen, dass Sissi sich bei den ungarischen Patienten länger aufhielt als bei den anderen Nationalitäten und mit ihren Ungarischkenntnissen glänzte.
Die preußischen Truppen näherten sich Wien und Sissi fuhr am 9. Juli nach Budapest. Sie kam drei Tage später noch einmal nach Wien zurück um ihre Kinder, die erst aus Ischl geholt wurden, auch mit nach Budapest zu nehmen.
In Ungarn wurde Sissi mit ihren Kindern begeistert von Deák, Andrássy und anderen Politikern begrüßt. Elisabeths Erscheinen in Budapest war sowohl für die österreichisch-ungarischen Beziehungen, als auch für Deáks liberale Partei, die nach wie vor gegen eine Löslösung Ungarns von Österreich war, von großer Bedeutung. Die Anhänger von Kossuth schürten eine revolutionäre Stimmung in Ungarn. Durch die Bedrohung Wiens durch die Preußen sah man eine Möglichkeit eines souveränen ungarischen Staates und verurteilte das Verhalten der Liberalen.
Auch aus Ungarn setzte Sissi den Kaiser mit ihren Briefen unter Druck und drängte zur Eile. Sie sah die Gefahr einer Revolution in Ungarn. Das erste Ziel war ein persönliches Treffen des Kaisers mit Deák. Als Franz Joseph nicht reagierte schrieb Sissi an den ungarischen Hofkanzler in Wien Georg von Mailáth:

"… Vor allem eine Bitte, seien Sie mein Stellvertreter beim Kaiser, übernehmen Sie mein Amt, dem Kaiser die Augen zu öffnen über die Gefahr, in die er sich unwiederbringlich stürzt, wenn er noch immer keine Konzessionen an Ungarn machen will. Seien Sie unser Retter, darum beschwöre ich Sie jetzt im Namen unseres armen Vaterlandes und meines Sohnes und zähle dabei auch auf die Freundschaft, die Sie, wie ich mir vielleicht einbilde, doch ein wenig für mich fühlen…".

Wie intensiv und konkret sich Elisabeth nun in die Politik einmischte beweisen die nächsten Sätze an Mailáth, zu dem Sissi keineswegs in einem engen freundschaftlichen Verhältnis stand:

"…Das Zugeständnis, zu dem ich den Kaiser zu bewegen trachtete, das er aber leider noch nicht machte, ist, die jetzigen Regierungsmänner zu entfernen und als Minister des Äußeren Gyula Andrássy zu ernennen. Dies wäre eine Konzession an Ungarn, ohne sich durch Nachgeben jetzt zu kompromittieren. Seine Popularität im Lande würde beruhigend und vertrauenserweckend wirken und das Königreich ruhig halten, bis endlich die Verhältnisse erlauben, dass die inneren Zustände geregelt werden … Ist der Kaiser dazu nicht bereit, so sollte er wenigstens Andrássy zum Minister Ungarns machen; für jetzt ist es ja das größte Bedürfnis, dass das Land beruhigt und durch einen Mann, der ihm die Bürgschaft einer besseren Zukunft gibt, dahin gebracht wird, dass es alle Kräfte, über die es zu gebieten vermag, dem Kaiser stellt…. Gehen Sie wenigstens nicht, ohne den Einfluss des Grafen Esterházy gebrochen zu haben, ohne das Resultat erzielt zu haben, dass er vom Kaiser entfernt ist, dessen wohlmeinender, aber verderblicher Rat so viel Unglück über uns bringt… Bringen Sie das zuwege, was mir nicht gelang, dann werden Millionen Sie segnen, mein Sohn aber täglich für Sie beten, wie für seinen größten Wohltäter."

Ebenso flehend und eindringlich waren zu dieser Zeit auch Sissis Briefe an Franz Joseph. Am 15. Juli schrieb sie nach einem Treffen mit Andrássy:

"Er sprach seine Ansichten klar und deutlich aus. Ich habe sie verstanden und die Überzeugung gewonnen, dass, wenn Du ihm vertraust, aber ganz, so sind wir, und nicht Ungarn allein, sondern die Monarchie, noch zu retten. Du musst aber jedenfalls selbst mit ihm reden, und zwar gleich, denn jeder Tag kann die Verhältnisse so gestalten, dass er es am Ende gar nicht mehr übernehmen würde; in so einem Moment gehört auch wirklich viel Aufopferung dazu, es zu tun, denn diese Versicherung kann ich Dir geben, Du hast keinen Mann vor Dir, der um jeden Preis eine Rolle spielen will, nach einer Position hascht, im Gegenteil, er stellt eher seine jetzige Stellung, die eine schöne ist, aufs Spiel. Aber wie jeder Ehrenmann, ist auch er bereit, in dem Moment, wo der Staat dem Schiffbruch nahe ist, alles was in seiner Macht steht, zur Rettung beizutragen; was er hat, seinen Verstand, seinen Einfluss im Land wird er Dir zu Füßen legen. Zum letzten Mal bitte ich Dich im Namen Rudolfs, versäume diesen Moment nicht. Ich bitte Dich, telegraphiere mir gleich nach Erhalt meines Briefes, ob Andrássy abends mit dem Zug nach Wien fahren soll. Ich bestelle ihn auf morgen wieder zu Paula (Paula Bellegarde-Königsegg, ihre Obersthofmeisterin) wo ich ihm dort die Antwort sage. Sagst Du "nein", willst Du in der letzten Stunde nicht einmal mehr einen uneigennützigen Rat hören, dann handelst Du wirklich un ..lich an uns allen. Meiner ferneren B … und Sk. (Bitten und Sekkaturen) bist Du dann für immer enthoben, dann bleibt mir nichts mehr übrig, als mich mit dem Bewusstsein zu beruhigen, dass ich, was immer auch geschehe, Rudolf einmal ehrlich sagen kann: Ich habe alles getan, was in meinen Kräften stand. Dein Unglück habe ich nicht am Gewissen."

Gegen den Rat seiner Mutter und seiner Minister gab der Kaiser nach.
Am 17. Juli kam Gyula Andrássy zu einem Gespräch zum Kaiser. Am 19. Juli folgte Deák.
Ein Anfang war gemacht.

Hier ein Bild des "Weisen der Nation", Ferenc Deák.

http://urmeli.ungarninfo.org/yappa/show.php?size=original&album_name=%2FMitgliederalben%2Fwaldi%2FSisi%2F&obj_name=Deak_Ferenc.jpg
gemalt 1869 von Bertalan Székely


waldi winki.gif

Und immer neugierig bleiben!

http://s3.postimage.org/1zvvyhyys/Waldis_Sissi_Seiten_weiss180.jpg
Verfasst am: 14.02.2009 23:21
waldi
Halbungar
Durchflieger
Themenersteller
Dabei seit: 22.06.2007
Beiträge: 2572
Sissi, Königin der Ungarn 14. Teil


Die Vorbereitung des österreichisch-ungarischen Ausgleichs


Mit den Preußen einigte sich Österreich auf den Vorfrieden von Niklasburg und Österreich schied aus Deutschland aus.

Der Kaiser bat seine Frau um einen Besuch in Wien. Es war keine reine Freude für Franz Joseph. Sissi benutzte die Gelegenheit um ihren Forderungen in Bezug auf Ungarn Nachdruck zu verleihen. Franz Joseph zögerte weiterhin diesen nachzugeben und vertröstete Andrássy, der in Wien auf eine Audienz wartete.
Nach einer Unterredung mit der Kaiserin schrieb Andrássy am 30. Juli 1866 in sein Tagebuch:
"Sicher ist, dass wenn ein Erfolg erreicht wird, Ungarn der schönen Vorsehung, welche über ihm wacht, mehr zu danken haben wird, als es ahnt:"
Mit der schönen Vorsehung war natürlich Sissi gemeint.
Die Spannungen zwischen Sissi und Franz Joseph steigerten sich zu einem ernsten Zerwürfnis als sich Sissi strikt weigerte, mit den Kindern Budapest zu verlassen. Sie schlug stattdessen dem Kaiser vor, sie doch in Budapest zu besuchen.
In dieser, auch finanziell für Österreich sehr schwierigen Zeit, hatte Sissi den dringenden Wunsch, ein Schloss in Ungarn zu kaufen. Sie hatte sich in das Schloss der Familie Grassalkovich in Gödöllö verliebt. Doch der Kaiser lehnte ab.
Zum Kaisergeburtstag war Sissi wirklich nur für einen Tag nach Wien gereist. Zum Stephanstag, dem 20. August, war Sissi wieder in Budapest.

Ende August schloss Österreich in Prag den Frieden mit Preußen und im Oktober mit Italien.
Anfang September verließ Elisabeth mit den Kindern Budapest und fuhr zunächst nach Ischl, dann nach Wien, wo sie weiterhin für die "ungarische Sache" kämpfte.

Am 30. Oktober 1866 wurde Graf Friedrich Ferdinand von Beust neuer Außenminister von Österreich. Das war eine Niederlage für Andrássy, der diesen Posten beanspruchte. Doch Beust gelang es, den verschlungenen Knoten der österreichischen Innenpolitik zu durchschlagen. Er stimmte für den Ausgleich mit Ungarn und trat überraschend mit Deák und Andrássy in Verbindung. Er begab sich sogar nach Budapest um die Verhandlungen zu beschleunigen. Gleichzeitig gelang es ihm, mit den führenden Männern der liberalen deutschen Verfassungspartei in Wien und Böhmen eine Verständigung zu erzielen. Auch der Widerstand des Ministerpräsidenten Belcredi war bald gebrochen, und so kam es zur überraschenden Einigung der ungarischen Parteiführer mit der österreichischen Regierung.

Mit großer Aufmerksamkeit verfolgte Elisabeth die nun anlaufenden Ausgleichsverhandlungen, die zu Beginn des Jahres 1867 in eine konkrete Phase traten.

Am 8. Januar nahm der Kaiser die Neujahrsglückwünsche einer Deputation der beiden Häuser des ungarischen Landtages entgegen. Auch der Kaiserin wartete man auf, und der Redner lobte Sissi für ihr Interesse an der ungarischen Sprache, dem teuersten Schatz des Volkes. Elisabeth dankte in ungarischer Sprache, in der sie gerade in den letzten Wochen bedeutende Fortschritte gemacht hatte.
Hauptzweck der ungarischen Deputation war es, die Ausgleichsverhandlungen mit dem "Ministerium" - man vermied bewusst das Wort "Regierung" - zum Abschluss zu bringen.
Die Deputation kehrte am 14. Januar nach Ungarn zurück um Ferenc Deák zu berichten. Dieser schickte am 19. Januar Andrássy nach Wien.
Elisabeth war nun optimistisch. Sie glaubte, dass unter dem Einfluss von Beust die Ausgleichsverhandlungen zu einem guten Ende kommen würden.
Ende Januar reiste Sissi nach Zürich zu ihrer Schwester Mathilde Gräfin von Trani, die eben eine Tochter zur Welt gebracht hatte. Aus noch erhaltenen Briefen geht hervor, dass Sissi selbst von Zürich aus ihren Gemahl unter Druck zu setzen verstand.

Belcredi, der aus Böhmen stammende Ministerpräsident, war mit den Verhandlungsergebnissen mit Ungarn höchst unzufrieden, weil die Interessen der slawischen Landesteile zu wenig berücksichtigt wurden. Er bat um seinen Abschied und Beust wurde am 7. Februar 1867 neuer Ministerpräsident von Österreich.
Am gleichen Tag kam Ferenc Deák selbst nach Wien und wurde tags darauf vom Kaiser empfangen.


waldi winki.gif

Und immer neugierig bleiben!

http://s3.postimage.org/1zvvyhyys/Waldis_Sissi_Seiten_weiss180.jpg
Verfasst am: 19.02.2009 01:16
waldi
Halbungar
Durchflieger
Themenersteller
Dabei seit: 22.06.2007
Beiträge: 2572
Sissi, Königin der Ungarn 15. Teil


Der österreichisch-ungarische Ausgleich

Am 7. Februar 1867 kam auch Sissi aus Zürich zurück.
Der Ausgleich war nun im Wesentlichen unter Dach und Fach und der Kaiser verkündete den Ausgleich und die Ernennung eines ungarischen Ministeriums. Die ungarische Hofkanzlei und die Hofkanzlei von Siebenbürgen in Wien wurden aufgelöst.
Gyula Andrássy wurde am 17. Februar zum Ministerpräsidenten von Ungarn ernannt und mit der Bildung des Ministeriums beauftragt.
Aus dem ungarischen Landtag wurde nun ein Reichstag.
Die Zweiteilung des Landes war nun auch auf parlamentarischer Ebene durch den Reichstag in Wien und durch den ungarischen Reichstag in Budapest manifestiert. Aus dem Kaiserreich Österreich wurde der Doppelstaat "Österreich-Ungarn" mit zwei Hauptstädten, zwei Parlamenten und zwei Kabinetten. Gemeinsam waren nur das Kriegs- Außen- und Finanzministerium. Das Flüsschen Leitha bildete jetzt die Grenze zwischen "Cisleithanien" (Österreich) und "Transleithanien" (Ungarn).
Durch ein Handschreiben des Kaisers wurde am 18. Februar dem ungarischen Reichstag offiziell die Wiederherstellung der ungarischen Verfassung von 1848, sowie die Bildung eines Ministeriums unter Gyula Andrássy bekannt gemacht.
Am 20. Februar ernannte Franz Joseph die von Andrássy vorgeschlagenen Minister.
Am 10. März 1867 übernahm die ungarische Regierung die Verwaltung in Ungarn und Siebenbürgen.
Während nun Ungarn eine seinem zahlenmäßigen Volksanteil nicht entsprechende, übergroße Macht bekam, mussten die böhmischen und mährischen Landtage im März geschlossen werden.
Der Kaiser sah sich einer zornigen Hofpartei in Wien gegenüber. Selbst sein Generaladjutant Crenneville wetterte in seinem Tagebuch gegen den Ausgleich mit "Östereichisch-Asien", was ihn später sein Amt kostete.
Nach der Bildung des ungarischen Ministeriums begab sich Kaiser Franz Joseph am 12. März 1867 nach Budapest, wo er mit großem Jubel empfangen wurde.
Am 13. März nahm er den Eid der ungarischen Minister entgegen.
Von Andrássy erfuhr er, dass die ungarische Nation als Zeichen seiner Aussöhnung mit seinem Herrscher, und damit sich das Herrscherpaar in Ungarn wohlfühle, das Schloss Gödöllő als Landsitz erworben habe. Man hätte sich erinnert, wie die Königin bei ihrem Besuch 1866 die Lage und die Umgebung von Gödöllő bewunderte.

Sissi freute sich über diese Nachricht und steigerte ihre Bemühungen um die Verbesserung ihrer ungarischen Sprachkenntnisse. Dabei half ihr vor allem der ungarische Journalist Miksa (Max) Falk, der sie auch mit Literatur versorgte und mit ihr über Politik diskutierte. Mit Falk zusammen las sie auch die Gedichte von József Freiherr von Eötvös, der im Februar unter Andrássy Kultusminister geworden war.

http://urmeli.ungarninfo.org/yappa/show.php?size=320x320&album_name=%2FMitgliederalben%2Fwaldi%2FSisi%2F&obj_name=476px-Barabas-eotvos.jpg
József Eötvös

Eötvös hatte dieses Amt schon in der Regierung Batthyány 1848 inne. Von Falk erfuhr Sissi auch vom verbotenen Gedicht von Eötvös, "Fahnenträger", das von der Schlacht bei Mohács von 1526 und der ungarischen Fahne erzählt. Sissi war so beeindruckt, dass sie über Falk mit Eötvös korrespondierte und sich ihre von Eötvös korrigierten Briefe wieder zurückschicken ließ. Bis zu seinem Tod 1871 informierte dieser die Kaiserin auch über die ungarische Innenpolitik.

Falk, dessen Tätigkeit am Wiener Hof von den konservativen Kreisen natürlich mit größtem Misstrauen beobachtet wurde, vermittelte der Kaiserin auch die Lektüre der von Bischof Mihály Horváth verfassten Geschichte des Freiheitskampfes in Ungarn. Auf Sissis Betreiben wurde Horváth begnadigt und durfte nach Budapest zurückkehren und eine Abtei bekleiden.

http://urmeli.ungarninfo.org/yappa/show.php?size=original&album_name=%2FMitgliederalben%2Fwaldi%2FSisi%2F&obj_name=Erzsbet_kirlyn_fogadja_Horvth_Mihlyt._Erzsbet_kirlyasszony_emlknek._Szerk._Gbel_Gyula.jpg
Sissi empfängt Bischof Mihály Horváth, Zeichnung von Gyula Gábel

Sissis erster Besuch in Ungarn nach dem Abschluss des Ausgleichs glich einem Triumphzug. József Eötvös, der inzwischen Kultusminister unter Andrássy geworden war, schrieb aus Budapest an Falk:

"Ihre hohe Schülerin wurde bei uns mit Blumen empfangen. Tagtäglich wächst die Begeisterung. So fest ich daran glaube, dass noch nie ein Land eine Königin hatte, die dies mehr verdient, so sehr weiß ich, dass es noch niemals eine gab, die so geliebt wurde… Ich war immer überzeugt, dass, wenn eine Krone, so wie 1848 die ungarische, zerbrach, sie nur von den Flammen der Herzen des Volkes erweckten Gefühle wieder zusammengeschweißt werden kann." Ungarn habe Jahrhunderte gehofft, "dass die Nation einen Angehörigen der Dynastie wahrhaftig, aus ganzem Herzen liebe; und da wir nun dieses erreicht, habe ich keine Bedenken mehr für die Zukunft."

Am 11. Mai besuchte das Kaiserpaar das in neuem Glanz erstrahlende Schloss Gödöllő. Während der Kaiser nach Wien zurückkehrte, blieb Elisabeth in Budapest, wo sie sehr aufmerksam die politische Entwicklung verfolgte, besonders die Beratungen des ungarischen Reichstages. Die Kossuth-Partei hatte in der Bevölkerung eine breite Basis und konnte sich auf demokratische Vereine und vor allem auf die Honvédvereine stützen, in denen die Republik und die völlige Unabhängigkeit proklamiert wurden. Nachdem diese Honvédvereine eine immer radikalere Haltung annahmen, wurden sie schließlich verboten. Trotz Kossuths Agitationen aus dem Exil in Frankreich setzte sich Deáks Partei im Parlament durch und ermöglichte die Eröffnung des ungarischen Reichstages durch eine Thronrede des Kaisers am 22. Mai 1867:

"…Werfen wir über die nahe Vergangenheit, welche dem Reiche tiefe Wunden schlug, den Schleier des Vergessens, aber beherzigen wir Hinterlassne ihre Lehren und schöpfen wir die Kraft und den Willen daraus, dem Reiche die Ruhe und Wohlfahrt im Innern, sowie Ansehen und Macht nach außen wiederzugeben. Nicht der geheime Gedanke der Wiedervergeltung sei es, der unsere Schritte leitet … Dann werden Österreichs Völker, welchem Stamme sie angehören, welche Sprache sie reden, sich um das kaiserliche Banner scharen und dem Worte meines Ahnen vertrauen: dass Österreich unter des Allmächtigen Schutz dauern und blühen werde bis in die spätere Zeit."

Dabei dürfen wir nicht vergessen, dass es dieser Kaiser im zarten Alter von 18 Jahren, war, der 1849 für die Niederschlagung der Revolution in Wien und Budapest sorgte.
Elisabeth honorierte den Ausgleich mit ehelicher Zuneigung. Ihre Briefe an "Franzl" sind in dieser Zeit voll Zärtlichkeit und Sehnsucht. Aus Budapest schrieb sie:

"Mein geliebter Kaiser! Auch heute bin ich noch sehr traurig, ohne Dich ist es unendlich leer hier. Jede Minute glaube ich, Du musst hereinkommen oder ich zu Dir eilen. Doch hoffe ich bestimmt, dass Du bald zurückkommst, wenn nur am 5. die Krönung stattfinden möchte."

Übrigens schrieb Sissi inzwischen alle Briefe an Franz Joseph und ihre Kinder in ungarischer Sprache.

Nach der Zustimmung des ungarischen Reichstages zum Ausgleich war der Weg zur Krönung des Kaiserpaares frei. Im Auftrag der ungarischen Magnaten teilte man Franz Joseph mit, dass seine Gemahlin, in Abänderung des bisher üblichen Krönungszeremoniells, gleichzeitig mit ihm gekrönt werden solle. Da die ungarischen Königinnen bisher immer erst einige Tage nach dem Herrscher gekrönt worden waren, bedeutete diese Änderung eine besondere Auszeichnung für Elisabeth.


waldi winki.gif

Und immer neugierig bleiben!

http://s3.postimage.org/1zvvyhyys/Waldis_Sissi_Seiten_weiss180.jpg
Verfasst am: 19.02.2009 16:30
Josef
Halbungar
Durchflieger
Dabei seit: 04.04.2006
Beiträge: 981
Hallo Waldi!

Deine Berichte sind wie immer super.
Aber schön langsam werde ich ein Habsburgkenner und habe für meinen nächsten Wien besuch schon 11 Punkte zusammengeschrieben von Orten und Denkmälern die ich besuchen muss. bingo.gif

Liebe Grüße

Josef



Liebe Grüße

Josef
Verfasst am: 20.02.2009 00:08
waldi
Halbungar
Durchflieger
Themenersteller
Dabei seit: 22.06.2007
Beiträge: 2572
Das ist prima, Josef! bingo.gif

Ich erwarte gespannt Deine Berichte.

Von der Statue im Westbahnhof könnte ich noch ein Bild gebrauchen und von der Sisi-Kapelle am Himmel, von der Karl Borrmäus Kirche auf dem Zentralfriedhof, von der Gedenktafel an der St. Leopoldskirche, von einer Gedenktafel im Hietzinger Museum und nicht zu vergessen: von der Büste im Frühstückssaal vom Hotel Sacher! wirr.gifcheesy.gif
Dabei fehlt dann nur noch das Museum in der Burg, das Hofmobiliendepot, das Elisabeth-Heim, das Elisabeth-Spital, die Kapuzinergruft, der Adlerturm im Stephansdom, der Karlsplatz, die Vativkirche und das Bezirksmuseum Wieden.
Sissi hat viele Spuren hinterlassen!

Aber hoffentlich siehst Du das jetzt nicht als Auftrag, Josef! blame.gif

Ich komm schon selbst auch mal wieder nach Wien.

waldi winki.gif

Und immer neugierig bleiben!

http://s3.postimage.org/1zvvyhyys/Waldis_Sissi_Seiten_weiss180.jpg
Verfasst am: 20.02.2009 18:23
Josef
Halbungar
Durchflieger
Dabei seit: 04.04.2006
Beiträge: 981
waldi schrieb:

Das ist prima, Josef! bingo.gif

Ich erwarte gespannt Deine Berichte.

Von der Statue im Westbahnhof könnte ich noch ein Bild gebrauchen und von der Sisi-Kapelle am Himmel, von der Karl Borrmäus Kirche auf dem Zentralfriedhof, von der Gedenktafel an der St. Leopoldskirche, von einer Gedenktafel im Hietzinger Museum und nicht zu vergessen: von der Büste im Frühstückssaal vom Hotel Sacher! wirr.gifcheesy.gif
Dabei fehlt dann nur noch das Museum in der Burg, das Hofmobiliendepot, das Elisabeth-Heim, das Elisabeth-Spital, die Kapuzinergruft, der Adlerturm im Stephansdom, der Karlsplatz, die Vativkirche und das Bezirksmuseum Wieden.
Sissi hat viele Spuren hinterlassen!

Hallo Waldi!

Aber hoffentlich siehst Du das jetzt nicht als Auftrag, Josef! blame.gif

Ich komm schon selbst auch mal wieder nach Wien.

waldi winki.gif


Nein, sehe es so nicht aber wäre eine Interessante Arbeit da ich manches davon sowieso nicht kenne. winki.gif

Nur beim Frühstücksraum des Hotels Sacher werden wir Probleme haben, da müsste ich im Hotel Sacher nächtigen um in den Frühstücksraum zu kommen. wirr.gifwirr.gifcheesy.gif

Was brauchst von Karlsplatz??
Da war ich vor kurzem. Habe aber nirgends etwas von Sissi gesehen???
Die Kirche hätte ich von allen Seiten.

Früher werde ich nach Budapest kommen.

Hast von dort schon alles??????

Da hätte ich eine Woche Zeit zum fotografieren. idea.gif

Brauchst nur deine Wünsche zu äußern, nur sollten sie innerhalb des Stadtgebietes sein oder Richtung Österreich.


Liebe Grüße

Josef

Liebe Grüße

Josef
Verfasst am: 20.02.2009 21:10
waldi
Halbungar
Durchflieger
Themenersteller
Dabei seit: 22.06.2007
Beiträge: 2572
Josef schrieb:

Was brauchst von Karlsplatz??
Da war ich vor kurzem. Habe aber nirgends etwas von Sissi gesehen???
Die Kirche hätte ich von allen Seiten.

Vielleicht hast Du dann doch das Denkmal auf Deinen Bildern! smile.gif
Ich weiß nicht wie es tatsächlich aussieht. Ich habe darüber nur gelesen. Man hat an der Karlskirche ein "modernes" Denkmal aufgestellt. Das soll ein Marmorblock sein, der praktisch nur den Fächer von Sissi darstellen soll. Der Künstler meinte, er hätte Sissi auf das Wesentliche reduziert!!!

Leider existiert die Elisabethbrücke, die am Karlsplatz über die Wien führte, und über die die Kaiserin auf dem Weg zu ihrer Hochzeit fuhr, nicht mehr.

http://urmeli.ungarninfo.org/yappa/show.php?size=original&album_name=%2FMitgliederalben%2Fwaldi%2FSisi%2F&obj_name=Elisabethbrcke_ber_die_Wien_1895.jpg

Leider habe ich kein größeres Foto gefunden. sad.gif

Josef schrieb:
Früher werde ich nach Budapest kommen.

Hast von dort schon alles??????


Ohhh..., noch lange nicht!
Da steht eine Terrakotta-Büste in Csillaghegy,
da wäre der Erzsébet-kilato auf dem Jánoshegy,
da wäre die Marmortafel am Turm der Szt. Ferenc Főplébánia templom,
da wäre die Szt. Erzsébet templom, die zu Ehren Elisabeths gebaut wurde,
da wäre die Statue in der Örökimádás templom,
da wäre die Statue auf der Margaretheninsel
und das Denkmal mit Hund am Kossuth Lajos tér im XX. Bezirk
und der Gedenkstein am Szent Erzsébet tér (auch XX. Bezirk)
und natürlich die Marmorbüste am Oratorium in der Matthiaskirche
und das Krönungsfresko in der Matthiaskirche...
sonst fällt mir im Moment nix mehr ein! wirr.gifcheesy.gif

Der Erzsébet-kilato wäre einen Ausflug wert! Von dort soll man einen tollen Blick auf die Stadt haben. (Guckst Du auf meine Denkmal-Seite)

Die Matthiaskirche hast Du ja direkt vor der Nase und bei dem Rest guckst Du mal im Stadtplan. Bei Fragen schreibst halt mal.

waldi winki.gif

Und immer neugierig bleiben!

http://s3.postimage.org/1zvvyhyys/Waldis_Sissi_Seiten_weiss180.jpg
Verfasst am: 21.02.2009 05:50
Josef
Halbungar
Durchflieger
Dabei seit: 04.04.2006
Beiträge: 981
Hallo Waldi!

Habe mir schon die Adressen aus dem Internet gesucht, ausgedruckt und in meine Budapestmappe gegeben. winki.gifwinki.gif

Liebe Grüße

Josef

Liebe Grüße

Josef
Verfasst am: 21.02.2009 08:30
waldi
Halbungar
Durchflieger
Themenersteller
Dabei seit: 22.06.2007
Beiträge: 2572
Ich bin gespannt wie ein Flitzbogen!

Wann fahrt Ihr denn nach Budapest?
Das war doch für Ende März geplant, oder?


waldi winki.gif

Und immer neugierig bleiben!

http://s3.postimage.org/1zvvyhyys/Waldis_Sissi_Seiten_weiss180.jpg



 
    Diese Seite drucken    Diese Seite weiterempfehlen    Zur vorherigen Seite    Zum Seitenanfang    

Benutzeranmeldung

Geben Sie Ihren Benutzernamen und Ihr Passwort ein, um sich an der Website anzumelden:
Anmelden

Kennwort vergessen?

Portalinfo:

Zur Zeit sind 2 Besucher online, davon 0 registrierte Benutzer und 2 Gäste.
Heute waren bereits 0 registrierte Benutzer und 17 Gäste online.

Derzeit online


ungarninfo.org hat 344 registrierte Benutzer, 2040 Themen und 31043 Antworten. Es werden durchschnittlich 6.32 Beiträge pro Tag erstellt.