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Erzsébet királyné


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Verfasst am: 27.01.2009 21:54
waldi
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Josef schrieb:
Bin aber noch beim ordnen. Wer weis was ich noch alles habe. cheesy.gifcheesy.gifcheesy.gif


Na dann stöbere mal weiter!
Vielleicht entdeckst Du noch ein paar Schätze! cheesy.gif

Kennst Du eigentlich die >>> Frauenmauerhöhle <<<?
Bekannt ist dass am 14. September 1885 Kaiserin Elisabeth in Begleitung von Erzherzogin Marie Valerie die Höhle besucht haben.


waldi winki.gif

Und immer neugierig bleiben!

http://s3.postimage.org/1zvvyhyys/Waldis_Sissi_Seiten_weiss180.jpg
Verfasst am: 28.01.2009 09:14
Josef
Halbungar
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Beiträge: 981
Hallo Waldi!

Die Höhle kenne ich leider nicht.

Aber das Gebiet gut, da es nur ca. 100 km von mir entfernt ist.

Liebe Grüße winki.gif

Josef

Liebe Grüße

Josef
Verfasst am: 28.01.2009 11:04
Gudi
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Durchflieger
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Beiträge: 490
Hallo Waldi, auch wenn der 1. Versuch leider im Nirwana verschwunden ist, muss ich dir sagen, dass das was ich jetzt eben so gelesen habe, doch einfach noch toller geworden ist. Besonders auch durch die Bilder, einfach klasse, danke! applaus.gif

Gudi
unterm Kiwibogen
Verfasst am: 28.01.2009 23:15
waldi
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http://urmeli.ungarninfo.org/yappa/show.php?size=original&album_name=%2FMitgliederalben%2Fwaldi%2FSisi%2F&obj_name=519px-KronprinzRudolf_vonOesterreichNaturaufnahme.jpg

Sissi, Königin der Ungarn 9. Teil

Rudolfs Erziehung

Kaiser Franz Joseph hatte sich einen mutigen, körperlich kräftigen Sohn gewünscht, der einmal ein guter Soldat sein würde. Das war der kleine Rudolf allerdings überhaupt nicht. Der Kleine hatte eine rege Fantasie, ein überschäumendes Temperament, war aber körperlich sehr empfindlich und häufig krank. Er war zart und spindeldürr, außerdem ängstlich und sehr liebebedürftig.
Als Rudolf sechs Jahre alt war wurde er von seiner Schwester Gisella, seiner Kinderfrau, und der Erzieherin Freifrau von Welden getrennt. Rudolf bekam einen eigenen, rein männlichen Haushalt. Graf Leopold Gondrecourt wurde durch den Kaiser als neuer Erzieher eingesetzt. Auf ausdrücklichen Willen des Kaisers erhielt Rudolf nun eine sehr strenge, ja fast sadistische Erziehung. Rudolf war fast ständig krank, hatte Fieber, Angina, Magenkatarrh und ähnliches. Nach etwa einem Jahr dieser unmenschlichen militärischen Erziehung war Rudolf übernervös und laut Sophies Tagebuch befürchtete man auch seinen Tod. Doch erkannte auch Sophie nicht den Zusammenhang zwischen Erziehung und Krankheit.

http://urmeli.ungarninfo.org/yappa/show.php?size=320x320&album_name=%2FMitgliederalben%2Fwaldi%2FSisi%2F&obj_name=Rudolf02.jpg

Ein Untergebener Gondrecourts, Joseph Latour von Thurmburg, konnte es nicht mehr mit ansehen und berichtete der Kaiserin.
In dieser Situation, als es um das Leben ihres Kindes ging, wurde Sissi aktiv. Sie forderte vom Kaiser eine unbeschränkte Vollmacht über die Erziehung ihrer Kinder bis zur Volljährigkeit. Gondrecourt sollte entlassen werden oder Sissi würde endgültig den Hof und den Kaiser verlassen.
Elf Jahre hatte es gedauert bis Sissi die Kraft fand in offene Opposition zu gehen und sie hatte Erfolg damit. Sie setzte eine medizinische Behandlung des Kronprinzen durch und bestimmte Oberst Latour zum neuen Erzieher. Latour hatte den kleinen Rudolf ins Herz geschlossen und unter seiner Hand blühte Rudolf wieder auf. Der militärische Drill wurde auf das nötigste reduziert und die geistige Erziehung trat in den Vordergrund. Auf Wunsch der Kaiserin sollte Rudolf eine "liberale" Erziehung genießen. Dies war eine kleine Revolution und führte unweigerlich zu neuen Streitigkeiten am Hof.

http://urmeli.ungarninfo.org/yappa/show.php?size=320x320&album_name=%2FMitgliederalben%2Fwaldi%2FSisi%2F&obj_name=Rudolf05.jpg


waldi winki.gif

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http://s3.postimage.org/1zvvyhyys/Waldis_Sissi_Seiten_weiss180.jpg
Verfasst am: 01.02.2009 20:11
waldi
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Beiträge: 2572
http://urmeli.ungarninfo.org/yappa/show.php?size=320x320&album_name=%2FMitgliederalben%2Fwaldi%2FSisi%2F&obj_name=Empress_Elisabeth_of_Austria.jpg
Gemälde von Franz Xaver Winterhalter



Sissi, Königin der Ungarn 10. Teil


Sissis Schönheitswahn

Das Landkind von Possenhofen hatte sich inzwischen zum Schönheitsideal ihrer Zeit entwickelt. Durch ihre drei Geburten war ihre Figur fraulicher geworden. Durch Hungerkuren und Sport erhielt sie sich aber zeitlebens ein Gewicht von etwa 50 Kilo. Für ihre Körpergröße von 172 cm bedeutete das Untergewicht. Sie war sogar einige Zentimeter größer als der Kaiser, was von den Malern aber immer korrigiert wurde. Ihre Taille maß unglaubliche 50 cm, die sie durch starkes Schnüren noch zu verringern suchte. Ihre Haare waren meist fersenlang, was eine sorgfältige Pflege verlangte. Das tägliche Kämmen wurde zum dreistündigen Ritual. Im Jahre 1863 holte sich Sissi dafür die Frisörin Fanny Angerer (eigentlich Franziska Rösler) aus dem Burgtheater an den Hof als persönliche Coiffeuse.

http://urmeli.ungarninfo.org/yappa/show.php?size=320x320&album_name=%2FMitgliederalben%2Fwaldi%2FSisi%2F&obj_name=Fanny.jpg
Fanny Feifalik mit ihrem Sohn


Während Fanny (später verheiratete Feifalik) die Kaiserin frisierte und die berühmten, variantenreichen Flechtfrisuren kreierte, lernte Sissi ungarische Vokabeln oder las oder schrieb Briefe. Die Haarwäsche, etwa alle drei Wochen, beanspruchte einen ganzen Tag.
Überall wo Sissi sich längere Zeit aufhielt, in der Hofburg, später in Gödöllö und der Burg in Ofen, waren Gymnastikräume eingerichtet, wo die täglichen, mehrstündigen Turnübungen absolviert werden konnten.
Sissi Tagesablauf in den siebziger und achtziger Jahren war ungewöhnlich für eine Kaiserin. Aufstehen im Sommer gegen 5, im Winter gegen sechs Uhr. Dann ein kaltes Bad und Massage. Anschließend Turnen und Gymnastik, ein karges Frühstück – oft auch nur ein Glas frische Milch - dann Frisieren. Dann kam das Ankleiden, entweder in das Fechtkostüm, wenn sie fechten wollte, oder in das Reitkostüm, wenn es zum Training in die Reitschule ging. Mit diesen Tätigkeiten war der Vormittag ausgefüllt. Das Mittagessen dagegen, das oft nur aus einer kleinen Fleischbrühe bestand, war in wenigen Minuten beendet. Danach kam ein mehrstündiger Spaziergang - der wohl eher einem Gewaltmarsch entsprach - in Begleitung einer gehtüchtigen Hofdame. Gegen 17 Uhr neuerliches Umkleiden und Frisieren. Gegen 19 Uhr erschien Sissi beim Familiendiner, wo sie ihren Mann oft das einzige Mal am Tag sah. Danach zog sich die Kaiserin meist zurück und bereitete sich auf die Nacht vor.
Jede auch noch so kleine offizielle Veranstaltung wurde als Störung dieses Zeitplans empfunden. Die Kaiserin lebte ganz nach ihrer Schönheit und Gesundheit. Höfische und familiäre Verpflichtungen - außer später die Sorge um Valerie - hatten in diesem Tagesablauf keinen Platz. Der Erfolg des Hungerns und Turnens war unübersehbar. Für das 19. Jahrhundert, das schon die Dreißigjährigen - vor allem wenn sie mehrfache Mutter waren - zu Matronen werden ließ, war Elisabeth eine außergewöhnliche Erscheinung. Rund dreißig Jahre – eine unerhört lange Zeit – dauerte der Ruhm ihrer Schönheit.
Sissi genoss das Bewusstsein ihrer Schönheit, triumphierte über ihre Wiener Widersacher und nahm es als selbstverständlichen Tribut hin, dass ihr kaiserlicher Gatte ihr erster und glühendster Verehrer war. Das Verhältnis der Ehegatten zueinander hatte sich verändert. Elisabeth war nun die Stärkere und verstand es den Kaiser mit ihren weiblichen Mitteln unter Druck zu setzen. Der Hof beobachtete diese Entwicklung mit Sorge. Erzherzogin Sophie geriet immer mehr ins Abseits. Ihr Einfluss auf den Kaiser war kaum noch spürbar.
Diesen Wandel hatte sich Sissi nicht durch Leistung, Liebenswürdigkeit oder Intelligenz erworben, sondern ausschließlich durch ihre Schönheit. Die übersteigerte Bedeutung, die sie ihrer äußeren Erscheinung beimaß, wird dadurch begreiflich. Mitte der sechziger Jahre wusste sie genau, dass diese Schönheit ihre Macht war, die sie als Druckmittel für die Erfüllung ihrer Wünsche einsetzen konnte. Dass sie es erfolgreich anzuwenden verstand, sollte sich bald, nicht nur im Familienkreis, sondern auch in der österreichischen Politik zeigen.
Einziger Makel ihrer Schönheit war der schlechte Zustand ihrer Zähne, was sich auf ihre Art zu sprechen auswirkte. Später trug sie sogar ein Gebiss. Es hat sie sogar jemand beobachtet, als sie auf einer Alm, nach dem Imbiss, blitzschnell ihr Gebiss aus dem Mund nahm, es mit etwas Wasser abspülte und wieder in den Mund schob.


waldi winki.gif

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http://s3.postimage.org/1zvvyhyys/Waldis_Sissi_Seiten_weiss180.jpg
Verfasst am: 04.02.2009 22:06
waldi
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Beiträge: 2572
http://urmeli.ungarninfo.org/yappa/show.php?size=320x320&album_name=%2FMitgliederalben%2Fwaldi%2FSisi%2F&obj_name=Elisabeth_Sissi.jpg


Sissi, Königin der Ungarn 11. Teil

Sissi und Ungarn


Elisabeths Sympathien für Ungarn kamen wohl zunächst aus ihrer Opposition gegen den Wiener Hof. Je schlechter Sissis Verhältnis zu ihrer höfischen Umgebung und zu ihrer Schwiegermutter wurde, desto interessanter wurde für sie Ungarn. Mit Rudolfs ungarischer Amme konnte sie sich kaum verständigen.
Auf Madeira lernte die Kaiserin die ersten ungarischen Worte vom Bruder ihrer später langjährigen Freundin und Hofdame Lily Hunyady.
Nach ihrer Rückkehr aus Korfu im Februar 1863 erhielt Sissi regulären Ungarischunterricht. Sie machte rasche Fortschritte, die vor allem auf Ida Ferenczy zurückzuführen waren. Sie war ein zartes ungarisches Mädchen vom Land, die sich Sissi 1864 in ihre Umgebung holte. Bis heute bleibt es geheimnisvoll, wie Ida an den Hof kam. Sissi verlangte eine neue Gesellschafterin aus Ungarn. Im Auftrag des Hofes wurde eine Liste von würdigen ungarischen Aristokratinnen mit sechs Namen erstellt. Als diese Liste die Kaiserin erreichte, war mit anderer Schrift der Name von Ida Ferenczy als siebter daruntergesetzt worden. Man vermutet, dass die Gräfin Almássy, die die Namensliste zusammenstellte, hinter dem Rücken des Hofes die nachträgliche Erweiterung vorgenommen hat. Der einfachste Name war für Sissi der interessanteste und sie wählte ihn. Da Ida nicht dem Hochadel angehörte durfte sie keine Hofdame werden. Deshalb ernannte man sie zur "Brünner Stiftsdame" und zur "Vorleserin ihrer Majestät". Vorgelesen hat Ida ihrer Kaiserin wahrscheinlich nicht sehr viel, aber 34 Jahre lang - bis zu Elisabeths Tod - blieb Ida die engste Vertraute der um vier Jahre älteren Kaiserin. Sie kannte alle ihre Geheimnisse, besorgte ihre privateste Korrespondenz, war unentbehrlich - nicht nur als Angestellte, sondern auch als intime Freundin. Die Briefe der Kaiserin begannen mit "Kedves Idám", "Meine liebe Ida". Ida war außerdem eine Vertraute der ungarischen Liberalen, die für den "Ausgleich" arbeiteten, vor allem Gyula Andrássy und Ferenc Deák. Idas Einzug in die Wiener Hofburg war der Beginn von Sissis begeistertem Engagement für den "österreichisch-ungarischen Ausgleich".

http://urmeli.ungarninfo.org/yappa/show.php?size=320x320&album_name=%2FMitgliederalben%2Fwaldi%2FSisi%2F&obj_name=Ida_Ferenczy.jpg
Ida Ferenczy

Als ersten Schritt zu einer Versöhnung zwischen Wien und Ofen sahen Deák und Andrássy einen Besuch Franz Josephs in Budapest an. Ida hatte schon nach kurzer Zeit die Kaiserin von der Notwendigkeit dieses Schrittes überzeugt. Da der Kaiser sich dem Wunsch seiner Gattin verwehrte, bat Sissi den aus Ungarn stammenden Feldmarschallleutnant Ludwig von Benedek um sein Wirken auf den Kaiser in ihrem Sinne.
Im Juni 1865 fuhr Franz Joseph nach monatelangem Drängen der Ungarn und seiner Frau wirklich nach Budapest und begann Zugeständnisse zu machen. Er hob die Militärgerichtsbarkeit auf, die seit der Revolution herrschte und erließ eine Amnestie für Pressevergehen. Diese kleinen Schritte genügten allerdings den Ungarn nicht. Man bestand auf den Forderungen, die Ferenc Deák, der "Weise der Nation", das "Gewissen Ungarns", am 16. April im "Pesti Napló" veröffentlicht hatte. Er verlangte die Wiedereinsetzung der Verfassung von 1848 und die Krönung von Franz Joseph zum König von Ungarn. Deák war in der ersten ungarischen Regierung 1848 Justizminister gewesen. Er hatte versucht zwischen Wien und Budapest zu vermitteln. Als dies misslang zog er sich aus der Revolutionsregierung zurück.

http://urmeli.ungarninfo.org/yappa/show.php?size=320x320&album_name=%2FMitgliederalben%2Fwaldi%2FSisi%2F&obj_name=Deak_Ferenc.jpg
Ferenc Deák

Gyula Andrassy, der 1849 bei Schwechat gegen die kaiserlichen Truppen für Kossuth gekämpft hatte, dann zum Tode verurteilt wurde, und erst 1858 begnadigt und nach Ungarn zurückgekehrt war, übernahm Mitte der sechziger Jahre immer mehr politische Ämter vom "alten Mann", Deák. Deshalb wurde er für den Hof immer wichtiger. Sissi kannte Andrássy aus den Erzählungen Idas. Die Wege der beiden kreuzten sich erstmals im Januar 1866.
Als Vizepräsident des ungarischen Abgeordnetenhauses kam Andrássy mit einer Delegation des ungarischen Landtages und dem Fürstprimas von Ungarn nach Wien um auch die Kaiserin offiziell zu einem Besuch einzuladen und ihr nachträglich Geburtstagsglückwünsche zu überbringen.

http://urmeli.ungarninfo.org/yappa/show.php?size=320x320&album_name=%2FMitgliederalben%2Fwaldi%2FSisi%2F&obj_name=Benczur-Andrassy_Gyula.jpg
Gyula Andrássy

Andrássy im goldbestickten Prachtgewand der magyarischen Aristokratie, der "Attila", mit edelsteinbesticktem Mantel, Stiefel mit Sporen, einem Tigerfell über den Schultern, trat an der Seite des Fürstprimas und des griechisch-orthodoxen Bischofs vor die Kaiserin. Selbst in dieser Umgebung fiel er durch sein legeres weltmännisches Auftreten und seine etwas zigeunerhaft-wilde Ausstrahlung auf.
Sissi trug ungarische Nationaltracht, natürlich in einer majestätischen Ausstattung. Ein weißes Seidenkleid mit schwarzem Mieder, an welchem reiche Verschnürungen in Diamanten und Perlen ausgeführt waren und eine weiße Spitzenschürze. Auf dem Kopf trug sie ein ungarisches Häubchen und über der Stirn eine Diamantenkrone. Sie stand unter dem Thronhimmel, umgeben von der Obersthofmeisterin und acht, meist ungarischen Hofdamen.
Zur allgemeinen Überraschung dankte Sissi auf die Glückwünsche des Fürstprimas in freier Rede in fehlerlosem Ungarisch:
"Seitdem mich die Vorsehung durch Seine Majestät, meinem geliebten Gemahl, mit ebenso zarten wie unlösbaren Banden an das Königreich Ungarn geknüpft hat, war die Wohlfahrt desselben stets der Gegenstand meiner lebhaftesten Teilnahme. Dieselbe wird noch gesteigert durch die Beweise treuer Anhänglichkeit und herzlicher Huldigung, welche jüngst angesichts des Landes meinem Erlauchten Gemahle – heute durch die zum Herzen dringenden Worte Eurer Eminenz mir gegenüber – einen so begeisterten Ausdruck fanden. Nehmen sie hierfür meinen aufrichtigen, innig gefühlten Dank und entbieten sie, die sie hierher gesendet, auch bis dahin meinen herzlichen Gruß, als es mir gegönnt sein wird, dem Wunsche des Landes entsprechend, an der Seite meines Erlauchten Gemahls in ihrer Mitte zu erscheinen."

Enthusiastische Eljen-Rufe folgten dieser Ansprache.

Bei der abendlichen Hoftafel kam es zum ersten persönlichen Gespräch zwischen Sissi und Andrássy. Sie unterhielten sich in Ungarisch und Andrássy gab später Einzelheiten daraus bekannt. Unter anderem soll die Kaiserin gesagt haben: "Sehen sie, wenn des Kaisers Angelegenheiten in Italien schlecht gehen, so schmerzt es mich. Wenn das gleiche in Ungarn der Fall ist, so tötet mich das."

Damit wusste Andrássy, dass er in der Kaiserin eine Fürsprecherin der ungarischen Sonderwünsche gefunden hatte.

waldi winki.gif

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http://s3.postimage.org/1zvvyhyys/Waldis_Sissi_Seiten_weiss180.jpg
Verfasst am: 11.02.2009 20:58
waldi
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Sissi, Königin der Ungarn 12. Teil

Sissis zweite Ungarnreise

Zum Missvergnügen der Wiener Hofkamarilla trat das Kaiserpaar Ende Januar 1866 eine mehrwöchige Ungarnreise an. Seit dem Tod der kleinen Sophie in Budapest 1857 war es Sissis erster Besuch in ihrem Lieblingsland. Wie sehr sich Elisabeth in Wien gegen jeden öffentlichen Auftritt sträubte, so diszipliniert unterwarf sie sich hier in Ungarn ihrer Rolle als zukünftiger Königin. Die ständige Nähe von Andrássy sorgte für die ersten Gerüchte über die Beziehung zwischen den beiden. Brigitte Hamann schreibt dazu in ihrer zum Standardwerk gewordenen Biografie "Elisabeth, Kaiserin wider Willen":
"Trotz riesiger Neugier und geradezu kriminalistischem Spürsinn mancher Hofchargen, einen Fehltritt der Kaiserin nachzuweisen, ist dies nie gelungen. Beide, sowohl die Kaiserin wie Andrássy, standen ständig unter der keineswegs wohlwollenden Kontrolle vieler, vieler Höflinge. Dass die unzweifelhafte Liebe der beiden auch nur ein einziges Mal zu eindeutiger "Verfehlung" geführt hätte, ist nach Aussage der Quellen geradezu undenkbar – ganz abgesehen davon, dass Elisabeth keine Frau war, die körperliche Liebe schätzte, und Andrássy immer und in jeder Situation ein wohl kalkulierender Politiker blieb."
Sissi war begeistert von der Freizügigkeit, der Ungeniertheit und dem offen gezeigten Temperament der ungarischen Aristokratie. Ein krasser Gegensatz zur Steifheit am Wiener Hof. Unter den Eljen-Rufen der einfachen Leute in Ungarn und den bewundernden Blicken des ungarischen Adels blühte Sissi auf. Sie hatte sichtbaren, überwältigenden Erfolg. Franz Joseph schrieb seiner Mutter nach Wien:
"Sissi ist mir von großer Hilfe durch ihre Höflichkeit, ihren Maß haltenden Takt und ihre gute ungarische Sprache, in welcher die Leute aus schönem Munde manche Ermahnung lieber anhören."
Unbestrittener Höhepunkt der Reise war Elisabeths Ansprache an die ungarische Reichsdeputation in makellosem Ungarisch:
"Möge der Allmächtige ihre Wirksamkeit mit seinem reichen Segen begleiten."
Sie faltete dabei die Hände und ihre Augen füllten sich mit Tränen der Rührung. Einer der Magnaten schilderte diesen Moment als so ergreifend, dass die Deputierten das "Eljen" nicht hervorbrachten und Alt und Jung die Tränen über die Wangen liefen.
Selbst hier in Budapest bekam Sissi wieder Schwächeanfälle mit Husten und Weinkrämpfen. Zum Kummer der aus vielen Landesteilen angereisten Menschen, die nur in die Hauptstadt gekommen waren um ihre Königin zu sehen, musste Sisi für eine Woche auf ihrem Zimmer bleiben.
Nach fünfwöchigem Aufenthalt kehrte das Kaiserpaar nach Wien zurück. Sissi war so begeistert von Ungarn, dass sie so schnell wie möglich wieder dahin zurück wollte. Sie plante sogar ihre jährliche Kur von Bad Kissingen nach Füred (Balatonfüred) zu verlegen, was aber durch die Krise mit Preußen abgesagt werden musste.
Andrássy war weiterhin mit den Ausgleichsverhandlungen betraut und reiste zwischen Budapest und Wien hin und her. Über Ida Ferenczy entwickelte sich eine rege Korrespondenz zwischen Andrássy und der Kaiserin.

http://urmeli.ungarninfo.org/yappa/show.php?size=original&album_name=%2FMitgliederalben%2Fwaldi%2FSisi%2F&obj_name=Lszl_Erzsbet_kirlyn.jpg

Das ist mein Lieblingsbild von Sissi.
Gemalt wurde es von Laub Fülöp Elek, einem ungarischer Maler, der unter seinem Künstlernamen
Philip Alexius de László bekannt wurde.


waldi winki.gif

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http://s3.postimage.org/1zvvyhyys/Waldis_Sissi_Seiten_weiss180.jpg
Verfasst am: 13.02.2009 22:43
Karin
Admin
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Beiträge: 1923
Hallo waldi,
ich bin begeistert.Das sieht ja super aus, ehrlich!!
applaus.gifapplaus.gif
@all,
wer jetzt denkt was schreibt die in Rätseln, dem sage ich nur:
Lasst euch überraschen wink.gif
Karin
Verfasst am: 14.02.2009 09:26
Lesepetra
Halbungar
Durchflieger
Dabei seit: 12.05.2006
Beiträge: 1090
hallo, waldi,
dank für die ausführliche Sissigeschichte
hat mich sehr interessiert, wir haben ja nur die romantisierenden Filme gelkannt

Liebe Grüße
Lesepetra
Verfasst am: 14.02.2009 15:58
waldi
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Dabei seit: 22.06.2007
Beiträge: 2572
@Karin
Nyugi, nyugi!!!
Das ist noch lange nicht spruchreif!

@Petra
Es geht wohl den meisten Mitgliedern hier so wie Dir, Petra.
Die Mehrzahl kennt nur die Filme und die sind nicht immer ganz ehrlich und auch der zeitliche Ablauf entspricht nicht ganz der Wirklichkeit.
Interessant wirds dann, wenn die Zeit nach dem Filmende kommt! Da werden sich einige noch wundern.
Romy Schneider hatte ja damals ein weiteres Drehangebot von Marischka abgelehnt.
Naja, so werde ich später auch noch unbekannte Tatsachen ans Licht bringen können! cheesy.gif

waldi winki.gif

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