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Nationalpark Aggtelek

Im Nordosten des Landes wurde 1985 auf der ungarischen Seite des Gömör-Tornai-Karsts (heutige Bezeichnung: Aggteleker Höhlen und Slowakisches Karstgebiet) mit einer Reihe von Natur- und Kulturschätzen, auf einer Fläche von 20.000 Hektar, der Nationalpark Aggtelek gegründet. Die UNESCO hat das Höhlensystem von Aggtelek 1995 in die Liste des Weltkulturerbes aufgenommen.

 

Eine der beliebtesten Sehenswürdigkeiten des Aggteleker Karsts ist die Baradla–Höhle, die jährlich von 200 000 Touristen besucht wird. Sie ist die größte und prächtigste Tropfsteinhöhle Ungarns und innerhalb der gemäßigten Klimazone beispiellos in ihrer Schönheit. Die zum Weltkulturerbe erklärte Baradla–Höhle kann sowohl von Aggtelek als auch von Jósvafő aus im Rahmen geführter Wanderungen innerhalb von 1, 2, 5 und 7 Stunden erkundet werden. In der Nähe von Jósvafo können auch die Imre–Vass–Höhle und die Friedens–(Béke)–Höhle besichtigt werden.

 

Außer den Höhlentouren kann man auch Wanderungen durch das Karstgebiet machen. Im Rahmen von Ökotouren, bei botanischen bzw. zoologischen Ausflügen kann sich der Besucher mit den Werten der Karstoberfläche, mit ihren wichtigsten Pflanzengemeinschaften und der dörflichen Lebensweise sowie mit den Denkmälern der Industrie- und Kulturgeschichte vertraut machen. Überdies können die Gäste auf den markierten Wegen wandern, mit dem Fahrrad fahren und auf den dafür vorgesehenen Routen reiten. Die Besucher können auch am traditionellen Brotbacken teilnehmen und sich anlässlich der zwischen Fasching und Silvester stattfindenden Veranstaltungen der "Tage des Traditionsbewusstseins und der Kunst bei Aggtelek–Jósvafő" vergnügen. Den Urlaubsgästen, die mehrere Tage hier verbringen möchten, stehen sowohl in Aggtelek als auch in Jósvafő Unterkünfte der verschiedensten Kategorien sowie Gaststätten zur Verfügung.

Nationalpark Balaton - Oberland

Der Nationalpark des Balaton–Oberlandes erstreckt sich von Tihany bis zur Sumpfwelt des Klein–Balaton (Kis-Balaton). Er wurde mit einer Fläche von 56 000 ha im Jahre 1997 gegründet.

 

Die Geysirkegel in dieser Region sind das Erbe der einstigen vulkanischen Aktivitäten, sie werden als bedeutende geologische Naturvorkommen besonders hoch geschätzt. Auf den Moorwiesen der kleinen Becken des Balaton–Oberlandes (Becken von Pécsely, Kál und Tapolca) haben viele botanische Seltenheiten überlebt. Die vulkanischen Berge des Beckens von Tapolca sind mit eigenartigen Gebilden aus Fels und Kalkstein gespickt. Das Kalibecken ist ein versteinertes Erbe des Pannonischen Meeres. Wegen seiner Felsumrahmung wird es im Volksmund als das Steinmeer bezeichnet. Das Keszthely–Gebirge bietet ein wunderbares Panorama, welches an den Hängen der Weinberge von Lesence beginnt und bis zum Becken von Zalaszántó reicht. Der Klein–Balaton beherbergt ein international angesehenes Vogelreservat. Die Direktion des Nationalparks versieht neben ihrem Verwaltungsgebiet auch die Aufsicht über die Naturschutz- und Landschaftsschutzgebiete der Region.

 

Der Nationalpark im Balaton–Oberland bewahrt den natürlichen Zustand der Umwelt, schützt die Erscheinungsform der Landschaft, erhält die Lebensgemeinschaften und sorgt sich um den verstärkten Schutz der gefährdeten Pflanzen- und Tierarten.

Nationalpark Bükk

Seit 1. Januar 1977 sichert der Nationalpark Bükk Schutz und Hege des natürlichen Pflanzen- und Tierbestandes des Bükk–Gebirges wie auch die Wahrung der geologischen, landschaftlichen und kulturellen Werte dieser Region. 97% des 43 200 Hektar großen Gebietes inmitten des Bükk–Gebirges sind bewaldet. Aufgrund der durchschnittlichen Höhe der einzelnen Berge gilt Bükk als höchste Gebirgslandschaft Ungarns. Die Gipfel dieses Kalksteingebirges ragen über 900 m in den Himmel. 40 km2 groß ist die Hochebene des Bükk–Gebirges, welche sich in der Umgebung des Letten-Schiefergebietes präsentiert. Auf der Hochebene findet man geologische Merkmale der Karstoberfläche, wie Karstlöcher, enge Senken, Dolinen, hohe Felsrücken und tiefe Schluchten, Bergwiesen und Höhlen. Die Randgipfel der Hochebene werden im Volksmund "Steine" (kõ) genannt. Von den "Steinen" Három-kõ, Tar-kõ, Vörös-kõ, Cserepes-kõ, Bél-kõ usw. hat man eine wunderbare Fernsicht.

 

Das Mikroklima dieser abwechslungsreichen Oberfläche erlaubt seltenen Tier- und Pflanzenarten ein ungestörtes Dasein. Man findet hier Arten, die nur in mediterranen Gegenden vorkommen, aber auch solche, die sonst im Hochgebirge leben oder aus der letzten Eiszeit stammen. Einzigartig und umfangreich ist der Bestand an Faltern und Schmetterlingen. Etwa 90 Vogelarten brüten hier, unter ihnen auch viele bedrohte Arten, deren Nester in Ungarn nur noch in den Kalksteinwänden des Bükk–Gebirges zu finden sind. Die unzähligen Höhlen des Gebirges sind hinsichtlich der Qualitätsgarantie des Wassers wichtig. Einige dieser Höhlen beherbergen interessante archäologische Funde (Stállós-kõ, Subalyuk, Szeleta usw.).

 

Im Verwaltungsgebiet der Direktion des Nationalparks liegt das paläontologische Naturschutzgebiet von Ipolytarnóc. Diese Gegend wurde 1995 Teil des europäischen Naturschutzerbes. Das 151 Hektar große Landschaftsschutzgebiet von Hollókő liegt zwischen den Hügeln des Cserhát-Gebirges. Es wurde 1977 zwecks Wahrung der Bausubstanz, der bäuerlichen und kulturellen Traditionen der Ortschaft Hollókő errichtet. Die Instandhaltung des alten Dorfes von Hollókő, das unter dem gleichnamigen Burgberg liegt, brachte der Ortschaft internationale Beachtung ein. Als Zeichen der Anerkennung wurde das Dorf im Jahre 1989 von der UNESCO zum Teil des Weltkulturerbes ernannt. Der Nationalpark von Bükk bietet verschiedene Möglichkeiten zum Wandern und Radfahren, zur Erholung und Erkundung der Werte der Natur.

Nationalpark Duna - Dráva

Das Verwaltungsgebiet der 1996 gegründeten Direktion des Nationalparks Donau–Drau erstreckt sich über die Komitate Baranya, Somogy und Tolna beziehungsweise auf das Gebiet der seichten Donau und zu einem geringen Teil auf das Komitat Bács–Kiskun. In dieser großen Region sorgen neben dem Nationalpark weitere 4 Landschaftsschutzgebiete und 16 Naturschutzgebiete für Hege, Pflege und Erhaltung der Naturschätze. Der zum Nationalpark gehörende Donauabschnitt verläuft von Bogyiszló bis zur Staatsgrenze, während sich das Draugebiet von Őrtilos bis Matty erstreckt.

 

Der Nationalpark wurde 1996 gegründet, er erstreckt sich an der Donau von der Sió–Mündung bis zur Staatsgrenze und entlang der Drau, er umfasst ein Gebiet von 49.479 ha, wobei 13.432 ha davon unter verstärktem Naturschutz stehen.

Die Errichtung des Nationalparks begründete man mit der Notwendigkeit eines intensiven Schutzes der Umweltqualitäten der Flüsse Donau und Drau, sowie ihrer Altarme, der hinteren Gewässer, der Wasservorräte, der Auwälder und der Nährböden. Zahllose Pflanzen- und Tierarten, welche in Ungarn unter Naturschutz oder gar erhöhtem Naturschutz stehen, sind nur hier vorzufinden, wodurch der "biologische Wert" des Nationalparks erhöht wird.

 

Im Nationalpark findet man auch zahlreiche frei zugängliche Gebiete. Die Flächen, die in erhöhtem Maße unter Naturschutz stehen, können nur mit Genehmigung und im Rahmen einer Fachführung besichtigt werden. Bei größeren Gruppen bzw. bei längeren Touren ist es ratsam, sich vor Tourbeginn über Beschränkungen zu informieren.

 

Die Direktion des Nationalparks hat über ihr Verwaltungsgebiet umfangreiches Informationsmaterial entwickelt und die entsprechenden Landkarten hergestellt. Diese Informationshilfen können an den Ausstellungsorten gekauft werden. Nach vorheriger Anmeldung kann den Besuchergruppen eine Fachführung zur Verfügung gestellt werden. Es bedarf jedoch einer Genehmigung seitens der Nationalparkdirektion, um in den geschützten Gebieten mit dem Fahrrad fahren zu können oder zu reiten, Camping bzw. Wassersport zu betreiben. In den Lehrzentren von Pécs und Drávatamási werden nach vorheriger Anmeldung Gruppen empfangen, die hier in Seminarräumen und in der Natur zu theoretischen und praktischen Themen wertvolle Informationen erhalten.

Nationalpark Duna - Ipoly

Der Nationalpark Donau–Ipoly wurde am 28. November 1997 gegründet. Sein zentraler Teil besteht aus der malerisch anmutenden Gegend des Donauknies sowie Pilis-, Börzsöny– und Visegráder Gebirge. Auch bestimmte Teile des Ipoly–Tales und der Szentendre–Insel gehören dazu.

 

Der bedeutendste Wert des Nationalparks Donau–Ipoly liegt in seiner landschaftlichen Schönheit und dem Tierreichtum seiner Wälder. Hinsichtlich des Panoramas ist es schwer zu entscheiden, ob die Aussicht auf das Donauknie oder der Anblick der Berggipfel des Hohen–Börzsönys am schönsten ist bzw. an erster Stelle steht. Typisch für den Nationalpark ist die Vielfalt der hier beheimateten Lebewesen, aber auch der Umfang an Lebensräumen. Seltene und streng geschützte Tier- und Pflanzenarten sind in großer Zahl zu finden. Der Reichtum an Naturschätzen ist zumeist der Vielfalt des Untergrundgesteins, der Bodengestaltung und der hydrologischen Gegebenheiten zu verdanken, denn das Zusammenspiel dieser Komponenten ermöglicht erst die Bildung unterschiedlicher Lebensräume. 2000 verschiedene Pflanzenarten und mehrere Tausend Tiergattungen leben im Nationalpark. Sie alle zeugen von dieser Mannigfaltigkeit. Mehr als 700 Arten davon stehen unter besonderem Naturschutz.

Zum Verwaltungsgebiet der Direktion des Nationalparks Donau–Ipoly gehören außer dem Gebiet des Nationalparks 8 Landschaftsschutzgebiete und 29 Naturschutzgebiete. Diese sind im Bereich der Hauptstadt oder in ihrer unmittelbaren Umgebung zu finden. Zum Budaer Landschaftsschutzgebiet gehört zum Beispiel die Kette des Szénás–Gebirges. An den Dolomithängen dieses Gebirgszuges wächst der Piliser Lein (diese Pflanze gedeiht sonst nirgendwo auf der Welt). Im Jahre 1995 wurde dieses Gebiet mit dem Europadiplom des Europäischen Rates als internationale Anerkennung für den Schutz und die Pflege der hiesigen Naturschätze ausgezeichnet.

 

Unter Einhaltung der grundlegenden Besuchsnormen können die Touristen auf markierten Wanderwegen entlanggehen und auch die geschützten Gebiete frei aufsuchen. Mehrere Lehrzentren und die sich mit Naturschutz befassenden Ausstellungsplätze und Lehrpfade stehen bereit, um die interessierten Besucher umfassend zu informieren.

 

Direktion des Nationalparks Donau–Ipoly

Nationalpark Fertö - Hanság

Der im Jahre 1991 gegründete Nationalpark umfasst die erhalten gebliebenen Sumpf- und Moorgebiete in der Umgebung des Neusiedler Sees und der Hanság sowie die wertvollsten Überschwemmungsgebiete des Répce–Flusses. Die Gesamtfläche beträgt 23 587 Hektar. Das Verwaltungszentrum ist die "Reiherburg" (Kócsagvár) in Sarród.

 

Im Dezember 2001 wurde das Gebiet des Neusiedler Sees nach dem gemeinsamen Vorschlag von Österreich und Ungarn auf die Liste der Kandidaten für das Weltkulturerbe der UNESCO gesetzt. Die auf österreichischer und ungarischer Seite gelegenen Schätze der Kulturgeschichte und der Natur in der Umgebung des Neusiedler Sees wurden mit diesem Akt in die Reihe des fast 700 Objekte umfassenden Weltkulturerbes aufgenommen.

 

Das Gelände des Nationalparks ist wie ein Mosaik zusammengesetzt. Die Gegend des Neusiedler Sees besitzt aus europäischer Sicht eine einzigartig typische Tier- und Pflanzenwelt, sowie charakteristische klimatische und geologische Bedingungen. In unmittelbarer Nähe des Sees befindet sich eines der größten Vogelreservate Mitteleuropas. Zahlreichen Zugvögeln dient es als Rastplatz. Im Osten und Südosten umsäumen die mit Pflanzen bewachsenen Salzsteppen den See. Auf den Hügeln in der Nähe sind verschiedene geschützte Pflanzenseltenheiten der Pannonischen Salzsteppen anzutreffen. Die Besucher können auf den gekennzeichneten und beschilderten Wanderwegen zum Ostufer des Sees gelangen, um dort die Tier- und Pflanzenwelt zu beobachten. Der Nationalpark schützt die reiche Flora und Fauna der nach der Entwässerung der riesigen Sumpfgebiete der Hanság in der Region verbliebenen Moorwiesen, Moorwälder und Moorteiche. Die Landschaft, welche unter den menschlichen Eingriffen sehr gelitten hat, kann den Besuchern auch heute noch unzählige Sehenswürdigkeiten bieten. Der Nationalpark ist bestrebt, die einstigen Gegebenheiten wieder herzustellen und man begann deshalb mit der Verwirklichung der Moorrekonstruktion. Die ersten Ergebnisse dieser Rekonstruktion kann man nördlich von Bosárkány am Fluss Rábca in Augenschein nehmen. Hier kann genau verfolgt werden, wie schnell die Tier- und Pflanzenwelt sich in den überfluteten Gebieten verändert. Zudem ist Möglichkeit gegeben, zu beobachten, wie rasant das Moorgebiet von Hany "zu neuem Leben erweckt" wird.

 

Die Uferregion der Répce gehört zu den kleinsten Mosaikteilchen des Nationalparks. Das unter Umweltschutz stehende Gebiet befindet sich an einer bestimmten Stelle im Uferabschnitt des Flusses und zwar dort, wo sich auf den Wiesen der Aue die größten und mit Frühlingsblumen bewachsenen Felder Ungarns befinden.

Bestimmte Teile des Nationalparks können frei und selbstständig besucht werden, andere Gebiete aber nur nach vorheriger Anmeldung und nur mit Führung. Für diese Gebiete stellt die Direktion des Nationalparks den angemeldeten Gruppen Fachführer zur Verfügung. Die Führungen erfolgen von Montag bis Freitag. (An Sonn- und Feiertagen wird keine Führung garantiert!)

Nationalpark Hortobágy

Hortobágy ist die größte, zusammenhängende, natürliche Grassteppe Europas. Hier entstand 1973 der erste und größte ungarische Nationalpark. Das gesamte ursprüngliche Gebiet des Nationalparks (52 000 Hektar) ist ein Biosphärenreservat, ein Viertel der Fläche ist eine international anerkannte und geschützte Lebensstätte der Wasservögel.

 

Die Oberfläche wurde durch die regelmäßigen Überschwemmungen der Theiß und ihrer Nebenflüsse zu einer riesigen Ebene geformt. Die Entstehung der Salzsteppe, die für die Hortobágy so typisch ist, begann noch vor der Zeit, als die Gegend von den Großviehzucht betreibenden Völkern in Besitz genommen wurde. Mit dem Voranschreiten der Zivilisation haben jedoch die Menschen mit ihren weidenden Herden und den Wasserregulierungen die Entwicklung und das Aussehen der Region stark geprägt. Hortobágy wurde durch seine Salzsteppen weltberühmt. Die reichen Traditionen der Tierhaltung werden hier bis in unsere Tage gepflegt, die seit Urzeiten hier beheimateten ungarischen Haustiere (Graurinder, Zackelschafe) bestimmen immer noch das Bild dieser Landschaft. Am Rande der Puszta bieten die mit Wildblumen bewachsenen Weiden der Lössgegend ausreichend Lebensraum für die größten Vögel Ungarns, nämlich die Großtrappen. In der kargen Steppe nisten Sandlerchen, die Vertreter einer seit Urzeiten in Ungarn lebenden Vogelart.

 

Von den verschiedenen Lebensräumen ist das 5000 Hektar Gesamtfläche umfassende System der Fischteiche unbedingt erwähnenswert, denn diese Teiche spielen eine außerordentlich wichtige Rolle im Leben der Wasser- und Zugvögel. Hier rasten jährlich viele seltene Zugvögel, wie das Blässhuhn.

Die nördlichen und mittleren Teile des Theiß–Sees sind streng geschützte Naturschutzgebiete, wobei die Gegend auch ein beliebtes Ziel für Ökotouristen ist. Landschaftlich verkörpert der See die Überschwemmungsbereiche noch aus den Zeiten vor der Flussregulierung und demzufolge spielt er eine bedeutende Rolle, sowohl im Leben als auch im Nist- und Brutverhalten der Zugvögel. Die UNESCO hatte die einzigartigen Werte dieser Steppenlandschaft anerkannt, indem sie Hortobágy – ein seit 4000 bis 5000 Jahren freies Weideland mit traditioneller Tierhaltung und geschützter biologischer Vielfalt – 1999 zum Weltkulturerbe erklärte.

 

Ausgedehnte Gebiete des Nationalparks stehen in besonderem Maße unter Naturschutz und können nur mit Genehmigung der Nationalparkdirektion und mit Führung besichtigt werden. Zur Besichtigung der zugänglichen Gebiete muss man Eintrittskarten erwerben. Eine Ausnahme bildet der mittlere Teil des Theiß–Sees, der unter Einhaltung der Vorschriften frei, also ohne Führung begangen werden kann. Die Eintrittskarten können die Besucher im Gebäude der Direktion im "runden Wagenschuppen", im Tourinformbüro Hortobágy und im westlichen Empfangsgebäude des Nationalparks kaufen. Bei der Direktion des Nationalparks kann man Fachführungen in ungarischer, deutscher oder englischer Sprache bestellen.

Zum Verwaltungsgebiet der Direktion des Nationalparks von Hortobágy gehören auch verschiedene Landschaftsschutz- und Naturschutzgebiete.

Nationalpark Kiskunság

Der über abwechslungsreiche landschaftliche und geschichtliche Dimensionen verfügende Nationalpark liegt in einem Gebiet zwischen Donau und Theiß. Er entstand im Jahre 1975 und er erreicht eine Fläche von annähernd 500 km². Der 9 Gebietseinheiten umfassende Nationalpark mit der Struktur, die einem Mosaik ähnelt, weist im ungarischen Teil, der Batschka, Alkaliböden, weite Horizonte, Sandrücken mit welliger Oberfläche, Sümpfe, Moorgebiete ohne Abfluss, feuchte Wiesen, tote Zweige entlang der Theiß sowie von Löss bedeckte Dünenlandschaften auf.

 

Der größte Teil des Nationalparks ist ein Biosphärenreservat. Der Izsáker Kolon-See und die Alkali-Seen im oberen Kiskunság (Klein-Kumanien) sind Wasserlebensräume von internationaler Bedeutung. Zum Verantwortungsbereich der Nationalparkdirektion Kiskunság zählen auch noch die Landschaftsschutzgebiete von Pusztaszer und Mártély sowie weitere 17 kleinere Naturschutzgebiete. Neben den Naturwerten sind die ethnographischen und kulturellen Traditionen zu erwähnen, welche das Erscheinungsbild des Nationalparks bis zum heutigen Tag wesentlich geprägt haben. Deshalb wird die Tätigkeit im 21. Jahrhundert Doppelfunktion - Bewahrung und Vorstellung – besitzen und auch so zur Geltung kommen. Um der Aufrechterhaltung des Entwicklungskonzepts zu entsprechen, wird im Interesse der Wahrung der ursprünglichen ökologischen Verhältnisse eine umweltschonende Landschaftsnutzung im gesamten Naturschutzgebiet eingehalten.

 

Diese Landschaft besitzt den Charakter der Vergangenheit, der Gegenwart und der Zukunft, zumal die Besucher mit dem Bild einer längst vergangenen und in vielerlei Hinsicht veränderten, kontinentalen Puszta konfrontiert werden. Einöden, in den Himmel ragende Ziehbrunnen, Baumgruppen und mit trockenem Gras bedeckte Flächen drücken diesem Gebiet ihren Stempel auf und verleihen ihm eine Vielfalt an Farben. Tölpelhaft drein- schauende, alteingesessene Haus- und Nutztierrassen charakterisieren die großflächige Puszta.

 

Die hiesigen landestypischen Gerichte und Weine sowie die Umgebung des Naturparks sind heute noch Schauplätze der traditionellen Gastfreundschaft in der Puszta. Um viele Erlebnisse zu haben, empfiehlt es sich, die Gebiete, Lehrpfade, Beobachtungs- und Vorstellungsplätze aufzusuchen.

Nationalpark Körös - Maros

Am 16. Januar 1997 wurde der Nationalpark Körös - Maros als siebenter Nationalpark in Ungarn gegründet. Die wie ein Mosaik ineinander übergehenden Gebietsteile des Parks befinden sich in der südöstlichen Tiefebene auf einer Fläche von 51125 ha, wovon 6419 ha einem besonders hohen Schutz unterliegen. Die wasserreichen Lebensräume des Kardoskúter Fehértó (Weißer See) und die Kis Sárrét (Kleine Schlamm-Au) sind hinsichtlich der Zugvögel von internationaler Bedeutung. Bis auf 3283 ha fallen die übrigen Gebiete unter den Schutz der Ramsarer Vereinbarung.

 

Die Gebiete des Nationalparks sind von ihrer Erscheinung her sehr unterschiedlich, jedoch ihre Entstehung trägt viele gemeinsame Züge. Im Grunde genommen bestehen sie aus zwei Landschaftseinheiten: die Körös – Gegend und die ehemaligen Gebiete von Groß- und Kleinsárrét im Komitat Békés, wo die Wahrung bzw. Erhaltung ausgedehnter Flächen der alkalischen Puszten, der verbliebenen Sumpfgebiete und der noch existierenden naturnahen Wälder als vorrangige Aufgabe angesehen wird. Bei den anderen sind die Kigyósi- und Csanádi-Puszten, der Kardoskúter Fehértó (Weißer See) sowie die ehemaligen in Ungarn gelegenen Überschwemmungsgebiete der Maros hervorzuheben. Bei Letzterem handelt es sich bis heute um natürliche bzw. im ursprünglichen Zustand erhaltene Überbleibsel der ehemaligen Landschaft.

 

Die Gebiete des Nationalparks bewahren zahlreiche einzigartige, botanische und zoologische Raritäten. In Dévaványa-Ecsegfalva befindet sich die größte lebensfähige Population der Trappen in Ungarn. Im Interesse des Schutzes wurde hier im Jahre 1975 ein Trappenreservat errichtet. Die Arbeit des Nationalparks hat sich auf den Schutz der Trappen und die weitere Erhaltung dieser Tierart konzentriert. Hinzu kommt die Schaffung eines für die Trappen so wichtigen Umfeldes. In diesem Zusammenhang wird überwiegend Wert auf den Schutz des frei lebenden Bestandes gelegt, wobei ruhige und weiträumige Balzplätze in der Puszta, Nistplätze, ein konkreter Nestschutz, sowie die Sicherung einer Fütterungsbasis ( Getreide) für die Winterzeit zu den unabdingbaren Aufgaben des Nationalparks gehören.

Nationalpark Örség

Der Nationalpark Örség wurde am 8. März 2002 eröffnet. Er hat eine Gesamtfläche von 43.933 Hektar und entstand durch den Zusammenschluss des 1978 gegründeten Landschaftsschutzgebietes der Örség und des 1976 entstandenen Landschaftsschutzgebietes von Szentgyörgyvölgy (Tal des hl. Georg), sowie des Zentralgebietes der Őrség und der geschützten Gebiete des Rába–Tales. In diesem Gebiet stehen 3.104 Hektar unter verstärktem Naturschutz.

 

Dieses Gebiet ist eine eigenartige, durch Bäche und Flüsse geformte und stark zergliederte Hügellandschaft. Das Klima ist feucht und in charakteristischer Weise subalpin. Die jährliche Niederschlagsmenge erreicht 700-950 mm. Die Gegend ist reich an Flüssen und Quellen, die Zahl der natürlichen Teiche und Seen ist dagegen eher gering. Bekannt ist der Schwarze Teich, welcher heute kaum noch über eine offene Wasserfläche verfügt, sondern mehr einem Torfmoos-Moor gleicht. Durch den Stau einiger Bäche konnte man einige Seen, wie zum Beispiel den Vadása–, Himfai– und Hársas–See gewinnen. Die Landschaft wird von Flüssen, im Norden von der Rába und im Süden von der Zala und der Kerka begrenzt.

 

Die häufigsten Lebensgemeinschaften sind die kalkarmen Kiefernwälder, in denen typische Gewächse, wie Wacholder, Blaubeere, Griffelbeere, Waldkirsche, Bärlapp und immergrüne Pflanzen gedeihen. Netzblatt, Bergerle und Berggamander sind in Ungarn nur hier zu finden. Es wachsen in großer Zahl Zahnlilien und Zyklamen. Typisch sind noch die prächtigen Weißbuchen- und Eichenwälder. Erlenbewachsene Lichtungen und seltene Straußfarne umsäumen die jeweiligen Bäche. An mehreren Stellen findet man Torfmoos, Hochmoore und Moorwiesen. In den Hochmooren wachsen Torfbeeren, das Sumpffingerkraut, der Sumpfbitterklee und der rundblättrige Sonnentau. Auf den Moorwiesen kommen die gelbe Taglilie, Engelwurz, Schwertliliengewächse sowie verschiedene Arten des Knabenkrauts vor und im Herbst schmückt der Enzian die Wiesen.

 

Für die Vielfalt der Tierwelt spricht, dass hier der größte Reichtum an Falter- und geschützten Libellenarten vorhanden ist. Unter den Fischen findet man Kuriositäten wie zum Beispiel die Donaupricke. Ähnlich selten sind Lurche und Alpenmolche im Gebiet um Vend. Zu den wertvollen Vogelarten zählen der Waldstorch, der Wespenbussard, der Wachtelkönig, die Waldtaube und der Haubenkönig. An den größeren Bächen leben sogar Fischotter.

 
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