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Mehr als 150 Jahre Porzellan aus Zsolnay-Tradition die verpflichtet

Die eigentlichen Wurzeln der Zsolnayer Porzellanmanufaktur reichen bis in das Jahr 1852 zurück. In diesem Jahr erwarb der Vater von Vilmos Zsolnay - Miklos Zsolnay - eine am Rande von Pecs gelegene Keramikfabrik.Jedoch wurde damals noch kein Porzellan in dem Sinne gefertigt, wie wir es heute kennen.Die Anfangsprodukte waren Tontöpfe, keramische Produkte für Gebäude und Wasserleitungsrohre.1854 übernahm Ignac Zsolnay das Werk.Er war ein gebildeter vielseitiger Mann, konnte aber die auf den Freiheitskampf 1848 folgende Wirtschaftskrise geschäftlich

nicht überwinden.Schließlich übernahm 1865 Vilmos Zsolnay das Werk von seinem Bruder Ignac.Damit begann die eigentliche Entwicklung der Firma zu der weltberühmten Manufaktur, welche sie heute ist.

Durch Teilnahme an Weltausstellungen in Wien und Paris ernteten die Produkte der Manufaktur dank des feinen Materials und der anspruchsvollen Ausführung sowohl im Ausland als auch in Ungarn riesigen Erfolg.

Der gute Ruf der Fabrik wurde nicht nur durch die Dekorgegenstände und die Geschirrproduktion, sondern auch durch die Baukeramik (Pyrogranitkeramik) gesteigert (siehe z.B. Matthiaskirche, Budaer Burg, das Kunstgewerbemuseum, das Rathaus der Stadt Kecskemét )

Nach dem Tode Vilmos Zsolnays übernahm Miklós Zsolnay (d.Jg.) im März 1900 die Leitung der Manufaktur. Während seiner Leitung gewann die Industrieproduktion die Oberhand.

In den Jahren des ersten Weltkrieges hörte die Fertigung von Kunst- und Baukeramik beinahe ganz auf, dafür wurde nur Industrieporzellan, vor allem elektrische Isolierkörper, zu Kriegszwecken produziert. Von der allgemeinen Krise der Nachkriegszeit, der allg. Verarmung und dem Verlust der Werkstoffquellen-infolge der neuen politischen und Zollgrenzen - war auch die Zsolnay-Fabrik schwer betroffen. Hinzu kam die Krankheit, die sich des Fabrikdirektors Miklós Zsolnay immer mehr bemächtigte. Nach dem Tode von Miklós Zsolnay im Jahre 1922 übernahmen seine Erben, die schon seit Jahren führende Posten in der Fabrik bekleideten, die Leitung des Betriebs. Die allmähliche Entfaltung nach dem ersten Weltkrieg begann mit einer kompletten Umstrukturierung der Firma, mit planmäßigem Ausbau der Elektrifizierung und der Einstellung der Produktion der Porzellanfayence bzw. mit der Einführung der Porzellanproduktion. Weil das Fortbestehen nur durch Umstellung auf das Porzellan gesichert werden konnte, begann man neben der Fertigung von Isolierkörpern auch mit der von Tafelporzellan.In den Jahren der Weltwirtschaftskrise 1929-1933 ging die Firma knapp an einem Ruin vorbei.Es mussten viele Arbeiter entlassen werden und die Fertigung wurde auf 3 Tage /Woche zurückgefahren.Erst ende der 30-ger Jahre wurde die Firma sowohl im Inland als auch auf dem Weltmarkt wieder wettbewerbsfähig. Während des 2.Weltkrieges kam die Produktion erneut zum Erliegen.Durch Schwierigkeiten bei der Wiederaufnahme der Fertigung nach Beendigung des Krieges ging die Firma 1948 in Staatseigentum über und es wurde erneut Industrieporzellan hergestellt.

Ab 1953 begann man dann mit der Fertigung von Gebrauchsgegenständen und Kunstporzellan. 1955 lief die Produktion von Kacheln und Baukeramik wieder an. 1963 verlor die Fabrik ihre Selbständigkeit und wurde als Pécser Porzellanfabrik dem Landesunternehmen für Feinkeramikindustrie unterstellt. Ab 1974 benutzt die Fabrik den Namen und das Markenzeichen Zsolnay - aufgrund einer Vereinbarung mit Margit Mattyasovszky-Zsolnay- wieder. 1982 wird die Firma wieder selbständig, um dann schliesslich 1991 in eine Aktiengesellschaft umgewandelt zu werden.

1995 wird die Fabrik erneut privatisiert (Haupteigentümer wurde die Ungarische Investment- und Entwicklungsbank.) Ende 1999 wird das Unternehmen schließlich in drei selbständige Firmen aufgespalten. In die Zsolnay Porzellanfabrik AG für Industrieporzellan , wobei deren Aufgabenbereich in der Werkstoff- und Energieversorgung sowie der Vermietung von nicht denkmalgeschützten Immobilien besteht.

Aus der Zusammenführung des Pyrogranitbereiches und des Bereiches für Geschirr- und Ziergegenständeherstellung ging die eigentliche

Zsolnay Porzellanmanufaktur AG hervor.

Dritte Firma, die Zsolnay Örökség Kht. (Zsolnay-Nachlassverwaltung Gemeinnützige Gesellschaft) nimmt die Verwaltung bzw. Renovierung der sich auf dem

Fabrikgelände befindlichen Denkmäler und denkmalgeschützten Bauwerke wahr. Alle drei Gesellschaften arbeiten am Standort der früheren Zsolnay Porzellanfabrik AG; Eigentümer der Gesellschaften ist die Staatliche Treuhandanstalt.

 
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