Ungarn, Land und Leute
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Sinti und Roma

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Quelle: (Szivárványos az ég alja)

In Traditionen tief verwurzelt ist das Volk der Sinti. Sie werden in Ungarn noch Zigeuner genannt, ohne dass dieses als beleidigend empfunden wird.

Sinti und Roma gehen ihren traditionellen Berufen nach Aber: In welcher bedrängten und problematischen Situation die große Minderheit der Sinti bzw. Roma im ungarischen Staat lebt, kann hier nur angedeutet werden; die Geschichte dieses Volkes ist geprägt von Verfolgung und Diskriminierung. Ihre sozialen Probleme im heutigen Ungarn sind enorm; die schulische Ausbildung der Kinder kommt vielfach zu kurz, sie lernen die ungarische Sprache oft nur mangelhaft. Die Wohnungs- und die Arbeitsmisere der Sinti bzw. Roma ist auch in der Zeit des Sozialismus nicht gelöst worden.
Die gewisse Lagerfeuer-Romantik existiert nur in historisierenden TV-Produktionen. Obwohl es Hunderte von Amateurmusik- und Tanzgruppen gibt, gehören Zigeuner vergleichsweise selten dazu. Sie bilden eine völlig in sich geschlossene Gruppe. Als Musiker schließen sie sich untereinander zusammen.
Niemals sind Zigeuner in Sportmeldungen zu finden; es gibt zwar einen prominenten Geschichtenerzähler und einen einzigen bekannten Maler, ansonsten kommen Zigeuner im öffentlichen Leben der Ungarn nicht vor, obwohl sie als ethnische Minderheit mindestens 4 % der Gesamtbevölkerung ausmachen. Sie sind im Film wie im Fernsehen sowie in der Politik bestenfalls Objekte der Darstellung.
Sinti bezeichnet die größte im deutschsprachigen Raum lebende Gruppe. Das Wort leitet sich wahrscheinlich von "Sindu" (Indus) ab, einem Hauptstrom in Nordwestindien. Sinto = der Mann, Sintiza oder Sintezza = die Frau

Roma sind die anderen, meist im süd- oder südosteuropäischen Raum lebenden Gruppen. Rom bedeutet "Mensch", "Mann". Rom = der Mann, Romni = die Frau. Außerdem ist Roma der Sammelbegriff für alle Gruppen einschließlich der Sinti. Es gibt unter den Roma sehr viele, die in großer Armut leben, aber auch recht Wohlhabende. Sie leben auf allen Erdteilen, in Deutschland meist die Sinti, in Spanien die "Gitanos", in Frankreich die "Manusch". Im Laufe der Jahrhunderte hat sich die Kultur sehr ausdifferenziert, jede Gruppe nimmt natürlich Neues auf, die Kultur und Sprache der jeweiligen Mehrheitsbevölkerung färbt ab. Trotzdem gibt es außer der gemeinsamen Herkunft aus Nordwestindien natürlich etliche Gemeinsamkeiten. Zu nennen wäre der Zusammenhalt der Großfamilien, der ein Oberhaupt, mitunter ein König, vorsteht. Oder die Neigung, mit großen Gespannen in mehr oder weniger großen Gruppen auf Reisen zu gehen, sei es aus beruflichen Gründen, sei es, um Verwandte zu besuchen.

Die Bezeichnung Zigeuner ist vermutlich auf das byzantische "Atcinganoi" zurückzuführen, dies bedeutet soviel wie "die Unberührbaren". Eine andere Erklärung lautet, es sei von dem alttürkischen "Tschigan" abgeleitet, ein Ausdruck für "arme Leute", "Habenichtse".

Das englische gipsy kommt von "egyptian" (Aegypter), da man auf Grund ihres Aussehens vermutete, dass die Roma dorther kämen.

Die gemeinsame Sprache ist das Romanes, von dem es zahlreiche Dialekte gibt. Es ist eine Sprache, die nur gesprochen wird, eine schriftliche Überlieferung gibt es nicht.

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(Quelle: Reisebuch Ungarn RV Reise- und Verkehrsverlag GmbH Berlin/München)